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Thomas Hobbes - Elementa philosophica de cive 2f., 1-25 (Der Mensch als Staatswesen)

Der größte Teil von denen, die über den Staat irgendetwas geschrieben haben, gehen davon aus oder streben danach oder fordern, dass der Mensch ein Tier ist, geeignet geboren für die Gemeinschaft. Die Griechen sagen zu diesem zoon politikon (ein gesellschaftliches Lebewesen) und so bauen sie auf dieser Basis die Staatslehre auf, als ob zur Erhaltung des Friedens und zur Lenkung des ganzen menschlichen Geschlechts nichts notwendig wäre, als dass die Menschen übereinstimmen bezüglich dem Bund und der Bedingung ein gewisser, welche selbst sie schon da Gesetze nennen. Dieser Grundsatz, obwohl das von sehr vielen angenommen wird, ist dennoch ein Irrtum und der Fehler leitet sich her von der sehr oberflächlichen Betrachtung der menschlichen Natur. Für diejenigen nämlich die auf die Gründe eingehen wird leicht feststehen, durch welche Menschen sich versammeln und sie erfreuen sich an der gegenseitigen Gemeinschaft, dass es nicht so sehr geschieht, weil es vom Wesen aus nicht anders geschehen kann, sondern zufällig ist. Denn wenn der Mensch einen anderen Menschen von Natur aus lieben würde, heißt dass als Menschen könnte kein Grund angeführt werden, weshalb jeder Einzelne nicht jeden Einzelnen gleich liebt, wo doch jeder Mensch gleich ist, oder warum pflegt dieser eher Kontakt, in deren Gemeinschaft eher selbst als anderes Ansehen und Nutzen bringen würde. Also suchen wir nicht Gefährten, sondern wir suchen von Natur aus mit Ansehen oder mit Vorteil von jenem zu versehen; erstens dieses, zweitens verlangen wir jene. Durch welchen Beschluss aber versammeln sich die Menschen, aus wird erkannt, was sie machen während sie sich versammelt haben. Nämlich, wenn sie sich wegen des Handels versammeln, (strebt) jeder Einzelne nicht nach Freunden, sondern sucht seine eigen Sache: wenn sie sich wegen einer Pflicht versammeln, entsteht eine politische Freundschaft, die mehr gegenseitige Furcht hat als Liebe; irgendwann entsteht daraus eine Partei, aber niemals Wohlwollen. Der Grund für die gegenseitige Furcht besteht zum Teil in der natürlichen Gleichheit der Menschen, zum Teil im gegenseitigen Verlangen (einander) zu verletzen. Aus diesem entsteht, dass wir weder von den anderen Sicherheit erwarten können noch wir uns selbst die Sicherheit verschaffen können.

Autor: Tripple XXX