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Minucius Felix - Octavius, 09,06-09,07


Folgendes ist auch über das Mahl bekannt, weit und breit sprechen alle darüber; das bezeugt auch die Rede unseres Landsmannes aus Cirta. Zum Mahl kommen sie zusammen an einem Festtag mit allen Kindern, Schwestern, Müttern, Menschen jedes Geschlechts und jedes Alters. Dort nach ausgedehntem Mahl, sobald das Gelage erhitzt ist und die Leidenschaft der Trunkenheit die befleckte Lust entbrannt hat, wird der Hund, der an einen Leuchter festgebunden ist, durch das Werfen von Stückchen jenseits der Spannweite der Leine, durch die er gefesselt ist, zum Vorwärtsdrängen und zum Sprung herausgefordert.

So, nachdem das mitwissende Licht umgestürzt und ausgelöscht wurde, wälzen sie sich in schamloser Dunkelheit in unsagbarer Begierde durch die Ungewissheit des Schicksals, obgleich nicht alle durch die Tat, dennoch durch das Mitwissen in gleicher Weise befleckt sind, weil sie ja durch den Wunsch aller zusammen erstreben, was auch immer in der Handlung der einzelnen geschehen kann.

Autor: DP