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Lactantius (Laktanz) - De Ira - 14, 3-6

Wenn also Gott gewollt hat, dass der Mensch sein Verehrer ist, und ihm deshalb so viel Ehre zugewiesen, dass er alle Dinge beherrscht, dann ist es jedenfalls sehr gerecht, sowohl Gott, der so viel geleistet hat, zu lieben als auch den Menschen, der mit uns durch die Gemeinschaft des göttlichen Rechts verbunden ist. Es ist nämlich nicht göttliches Recht, dass ein Verehrer Gottes von einem Verehrer Gottes verletzt wird. Daher sehen wir ein, dass der Mensch wegen der Verehrung und der Gerechtigkeit gebildet worden ist. Dafür ist Zeuge Marcus Tullius, der in den Büchern über die Gesetze Folgendes sagt: „Aber von allem, was im Gespräch gelehrter Menschen vorkommt, ist tatsächlich nichts vortrefflicher als völlig zu verstehen, dass wir zur Gerechtigkeit geboren sind.“ Wenn es unumstößlich wahr ist, will Gott also, dass alle Menschen gerecht sind, das heißt, Gott und den Menschen für wertvoll zu halten, Gott freilich zu verehren wie einen Vater, den Menschen zu schätzen wie einen Bruder. Denn in diesen beiden Dingen besteht die ganze Gerechtigkeit. Wer also entweder Gott nicht anerkennt oder dem Menschen schadet, lebt ungerecht und gegen seine Natur und zerbricht auf diese Weise die göttliche Einrichtung und das göttliche Gesetz.

Autor: flying_angel