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Juan Gines de Sepulveda : Apologia

IV. Juan Ginés de Sepúlveda : APOLOGIA
Pro libro de iustis belli causis (1550)
Für das Buch über die gerechten Gründe eines Krieges

Diese Barbaren werden mit sehr gutem Recht von den Christen in ihre Gewalt gebracht:

Sepúlveda führt nun Gründe aus, warum ein Krieg gegen die Urbevölkerung Amerikas absolut gerecht und auch notwendig ist.

(I.) Weil sie alle durch ihre Bräuche und die meisten auch von Natur aus Barbaren sind – oder gewiss waren, bevor sie in die Gewalt der Christen kamen - kein Schrifttum, keine Klugheit haben und durch viele barbarischen Mängel verdorben worden sind. Nach dem Recht der Natur sollen aber die Stämme derartig den Gebildeten und Überlegenen gehorchen, damit sie durch bessere Bräuche und Einrichtungen (=Hendiadyoin) regiert werden; aber wenn sie, obwohl sie ermahnt worden sind, einen Befehl ablehnen, können sie mit Waffengewalt gezwungen werden, und so wird dieser Krieg nach dem Naturrecht gerecht sein, so wie Aristoteles, der Verfasser des Naturrechts, es gesagt hat. (II.) Diese Barbaren waren in sehr schwere Dinge gegen das Naturgesetz (=Naturrecht) verwickelt, dessen Unkenntnis niemanden begünstigt und wegen das Gott die sündigen Stämme, die das Land der Verheißung besiedelten, vernichtet hat; alle sind nämlich Götzenverehrer und fast alle opferten Menschenopfer. (III.) Allen Menschen wird nach dem heiligen und natürlichen Gesetz aufgetragen, unschuldige Menschen zu beschützen, damit sie nicht einen unwürdigen Tod sterben (wörtlich: durch einen unwürdigen Tod niedergemetzelt werden), wenn sie das nicht zu ihrem großen Nachteil machen können. Weil also diese Barbaren in einzelnen Jahren viele Tausende von unschuldigen Menschen bei gottlosen Altären von bösen Geistern opferten (es steht fest, dass allen in Neuspanien (Mexiko) in einzelnen Jahren gewöhnlich 20000 Menschen geopfert werden) und das durch diese Vernunft (ratio) verhindert werden konnte, wenn sie der Herrschaft von rechtschaffenen Menschen, wie es die Spanier (beschaffen) sind, die sowohl von so beschaffenen als auch von so ungeheuren Schandtaten zurückschaudern, unterworfen werden: wer dürfte (dann) bezweifeln, dass die Barbaren sehr gerecht durch diese eine Art und Weise (ratio) in die Gewalt von den Christen gebracht werden konnten und könne. (IV.) Es ist Sache und Pflicht des heiligen und natürlichen Rechts, die Menschen, die sich auf eine sehr gefährliche Weise irren und in ihr sicheres Verderben reiten, sei es, dass sie es unbewusst, sei es, dass sie es bewusst machen, zurückzurufen und gegen ihren Willen zu ihrem Heil zurückzuholen, was alle Menschen mit einem gesundem Verstand für sich auch gegen ihren Willen leisten (wollen) würden. Wenn irgendjemand bezweifelt, dass alle Menschen jedoch, die sich außerhalb der christlichen Religion herumtreiben, in einem ewigen Tod zugrunde gehen, ist er kein Christ. Folglich werden die Barbaren mit Recht wegen ihres Heils zur Gerechtigkeit getrieben.

Sepúlveda erläutert, dass es grundsätzlich zwei Wege gibt, die Ureinwohner zu bekehren, wovon aber seiner Meinung nach nur einer der richtige Weg ist.

Dadurch, dass es zwei Wege gibt, durch diese es scheine, dass zur Bekehrung der Barbaren vorgerückt werden kann, der eine durch alleinige Belehrung, Unterricht und Verkündigung des Evangeliums (=Predigt) schwierig, lang und durch viele Gefahren beschwerlich, der andere durch die Unterwerfung der Barbaren leicht, kurz und einfach mit vielen Vorteilen für die Barbaren (?): welcher von beiden Fortschritte machen müsste, ist nicht von einem klugen Menschen zu bezweifeln.

Autor: Avunculus