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Franciscus Titolivio - Salutem 1351 in Padua

(1) Ich wünschte, wenn es von oben gegeben wäre, dass entweder ich in dein oder du in unser Zeitalter hineingefallen wärst, dass entweder das Zeitalter selbst oder ich durch dich besser würde. (2) Nun aber... sehe ich dich in deinen Büchern, freilich nicht ganz, sondern soweit du noch nicht an der Trägheit unseres Jahrhunderts untergegangen bist. (3) Dass du 142 Bücher über die römische Geschichte verfasst hast wissen wir, mit viel Arbeit und Mühe. (4) Kaum 30 von allen sind noch übrig... In diesen... Überbleibseln übe ich mich, sooft ich diese Orte oder diese Zeiten und diese Sitten vergessen will, und immer mit scharfer Entrüstung des Geistes gegen das Trachten der Menschen, für die nichts einen Wert hat ausser Gold, Silber und das Vergnügen... (5) Das ist ein langes und bekanntes Thema. (6) Nun aber ist es Zeit, dir zu danken für vieles ganz besonders dafür, dass du mich, der gegenwärtigen Missstände häufig vergessend, in glücklichere Jahrhunderte einfügst, sodass es mir wenigstens beim Lesen so vorkommt, dass ich mit Menschen wie Cornelius, Scipio Africanus, Laelius, Fabius Maximus, Metellus, Brutus, Decius, Cato... und Camillus und nicht mit diesen Obergaunern, ziwschen denen ich unter einem widrigen Stern geboren bin, meine Zeit verbringen kann, mein Leben zu führen scheine.

Verfasser des Textes: Francesco Petrarca. Eingreicht von: eXe_Lent