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Eugippius - Kap. 31 (Die Reaktion des Rugierkönigs Feletheus auf die Bevölkerungsansammlung in Lariacom)

Als Feletheus, der König der Rugier hörte, dass die übrigen Bürger aller Städte, die den Schwertern der Barbaren entkommen waren, und sich in Lauriacum versammelten, kam er mit dem versammelten Heer hinzu; und er glaubte die plötzlich Angegriffenen wegzuführen und in benachbarten ihm tributpflichtigen Städte aufzustellen. Von diesen Städten, die von den Rugiern nur durch die Donau getrennt wurden, hieß eine Stadt Favianis (Mautern). Deshalb suchten alle schwer erschüttert den heiligen severin flehend auf, damit er dem König entgegentrete und sein Gemüt mild stimme. Die ganze Nacht beeilt er sich und begegnet am frühen Morgen den König am 20. Meilenstein von der Stadt etfernt. Feletheus geriet aufgrund seiner Ankunft außer Fassung und fragte nach den Gründen seines göttlichen Erscheinens. Diesem sagte der Diener Gottes: ,,Friede sei mit dir, bester König! Ich komme als Gesandter Christi um Mitleid für die Untergebenen zu erbitten. Erinnere dich an die göttlichen Wohltaten, welche dein Vater selbst häufig warnahm, dass ihm geholfen wurde. Denn er fing an die ganze Zeit seiner herrschaft nichts auszuführen ohne meinen Rat einzuholen. Da meinen vorteilhaften Mahnungen kein Widerstand geleistet wurde, lernte dein vater die zahlreich glücklichen Ereignisse kennen, wieviel es den Siegern nützt nicht, wenn man durch diese Siege nicht aufbläst." Der König sagte erklährend: ,,Ich werde nicht zulassen, dass dieses Volk, für das du vorbeikommst als wohlwollender Bittsteller, der Alemannen undThoringer in die Sklaverei weggeführt wird oder mit dem Schwert getötet werden oder durch wilde Ausplünderungen brandgeschatzt wird, weil sie unsere Nachbarn und tributsvolle Völker sind, in denen sie sich niederlassen können.

Autor: sandybandi