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Calpurnius Siculus - Bucolica, 01, 33-68

Lateinisches Original:
"Qui iuga, qui silua tueor, satus aethere Faunus,
haec populis uentura cano: iuuat arbore sacra
laeta patefactis incidere carmina fatis.
uos o praecipue nemorum gaudete coloni,
uos populi gaudete mei: licet omne uagetur
securo custode pecus nocturnaque pastor
claudere fraxinea nolit praesepia crate:
non tamen insidias praedator ouilibus ullas
afferet aut laxis abiget iumenta capistris.
aurea secura cum pace renascitur aetas
et redit ad terras tandem squalore situque
alma Themis positi iuuenemque beata sequuntur
saecula, maternis causam qui uicit Iulis.
dum populos deus ipse reget, dabit impia uictas
post tergum Bellona manus spoliataque telis
in sua uesanos torquebit uiscera morsus
et, modo quae toto ciuilia distulit orbe,
secum bella geret: nullos iam Roma Philippos
deflebit, nullos ducet captiua triumphos;
omnia Tartareo subigentur carcere bella
immergentque caput tenebris lucemque timebunt.
candida pax aderit; nec solum candida uultu,
qualis saepe fuit quae libera Marte professo,
quae domito procul hoste tamen grassantibus armis
publica diffudit tacito discordia ferro:
omne procul uitium simulatae cedere pacis
iussit et insanos Clementia contudit enses.
nulla catenati feralis pompa senatus
carnificum lassabit opus, nec carcere pleno
infelix raros numerabit Curia patres.
plena quies aderit, quae stricti nescia ferri
altera Saturni referet Latialia regna,
altera regna Numae, qui primus ouantia caede
agmina, Romuleis et adhuc ardentia castris
pacis opus docuit iussitque silentibus armis
inter sacra tubas, non inter bella, sonare.


Deutsche Übersetzung:
(O.) "Ich, Faunus, der die Bergrücken, der die Wälder beschütze und vom Himmel stamme,
besinge folgende Zukunft für die Völker: Es freut mich, in einen heiligen Baum
fröhliche Lieder einzuritzen, damit das Schicksal offenbart wird.
Ihr besonders, freut euch, ihr Bewohner der Haine,
ihr, meine Völker, freut euch: mag auch das ganze Vieh
herumstreifen, während der Wächter unbesorgt ist, und der Hirt bei Nacht
die Hürden nicht mit Flechtwerk aus Esche verschließen,
so wird dennoch kein Räuber in den Ställen irgendeinen Hinterhalt legen
oder das Vieh von den lockeren Schlingen wegtreiben.
Das goldene Zeitalter wird wiederentstehen mit sicherem Frieden
und es kehrt in alle Länder die segenspendende Themis zurück, nachdem sie endlich
Trauer und Schmutz abgelegt hat, und dem Jüngling folgen glückliche
Jahrhunderte nach, der den Streit für die Iulischen Vorfahren seiner Mutter gewonnen hat.
Solange der Gott selbst die Völker regiert, wird die ruchlose Bellona ihre besiegten
Hände hinter ihren Rücken halten, und, ihrer Waffen beraubt, wird sie
ihre wütenden Bisse ins eigene Fleisch treiben
und sie, die gerade noch auf der ganzen Welt Bürgerkriege entfacht hat,
wird nur noch gegen sich selbst Kriege führen: Rom wird dann kein Philippi mehr
beweinen oder Triumphzüge anführen, wobei es selbst gefangen ist.
Alle Kriege werden im Kerker des Tartarus eingesperrt werden,
ihr Haupt in Dunkelheit tauchen und das Licht fürchten.
Eine strahlende Friedensgöttin wird da sein, aber nicht nur strahlend im Antlitz,
wie sie es oft war, wenn sie frei von einem erklärten Krieg war,
aber, nachdem der Feind fernab bezwungen worden war und solange dennoch
die Waffen noch wüteten, öffentliche Zwietracht mit heimlichem Schwert verbreitete.
Die Göttin der Eintracht hieß alles Laster des vorgetäuschten Friedens fernhin weichen
und zerschlug die verrückten Schwerter.
Kein Leichenzug gefesselter Senatoren wird das Werk
der Scharfrichter ermüden, und nicht wird, während die Kerker voll sind,
die unglückliche Kurie nur mehr vereinzelt Senatoren zählen.
Vollkommene Ruhe wird da sein, die in Unkenntnis des blank gezogenen Schwertes
zum einen das Latinische Königreich des Saturn zurückbringen wird,
zum anderen das des Numa, der als erster die Scharen, die wegen des Mordens
jubelten und für die Heerlager des Romulus noch begeistert waren,
das Werk des Friedens lehrte und, als die Waffen schwiegen, befahl, daß die Trompeten
inmitten heiliger Handlungen und nicht inmitten der Kriege ertönen.

Autor: Rhadamanthys