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Aeneis - Buch 06, 384-397

[Anmerkung des Verfassers: Mit Hilfe der Sibylle - diese trägt einen goldenen Zweig - will Aeneas seinen Vater in der Unterwelt sehen. Sie betreten durch eine am Avernasee gelegene Grotte das Reich der Unterwelt und gelangen zum Unterweltfluss Acheron, wo die unbestatteten Seelen auf den Fährman Charon warten.[Anmerkung Ende]]

[384] Also sind sie den Beginn des Weges gegangen und nähern sich dem Fluss.
Sobald der Fährmann sie von der stygischen Welle aus durch den
stillen Wald gehend und dem Flussufer zuwendend gehen sah,
wandte er sich zuerst den Genannten zu und fuhr das Ufer an.
[388] "Wer auch immer du bist, der du dich bewaffnet zu unserem Fluss bemühst,
sag an, warum du kommst, und verringere sofort deinen Schritt (bleib stehen).
Dies ist der Ort der Schatten, mit dem Schlaf und den schlafbringenden Nächten.
Der stygische Kahn darf keine lebenden Körper transportieren.
Ich war aber nicht sehr erfreut, dass der Sohn des Alcides mich auf das
Gewässer ließ, und nicht Theseus oder Pirithoum,
obwohl sie von den Göttern abstannen und unbesiegbar waren.
[395] Jener wollte den Wächter der Unterwelt in Fesseln legen und hat
ihn zitternd vom Tron des Herrschers weggezogen;
Diese nahmen in Angriff die Herrin Pluto von Tantalus wegzuziehen.

Autor: Martin Stangl