Latein24.de

Annales - 13, 03

3.1 Am Tag des Begräbnisses begann der Princeps die Lobrede auf diesen; solange er das Alter des Geschlechts, die Konsulate und die Triumphe der Vorfahren aufzählte, war er selbst ernst und die anderen nahmen es auch so auf. Auch die Erwähnung der freien Künste, dass während seiner Herrschaft dem Staat nichts Trauriges von Außen zugetragen hätte, ist mit wohlwollenden Herzen aufgenommen worden. Nachdem er zu seiner Fürsorge und Weisheit übergegangen war, konnte sich keiner des Lachens enthalten, obwohl die von Seneca zusammengestellte Rede viel an Gewandtheit zeigte, da jener Mann eine gefällige Begabung besaß, und eine Begabung die dem Geschmack der zeit angepasst war.

3,2 Die Älteren, denen es ein Zeitvertreib ist, Altes und Neues miteinander zu vergleichen, stellten fest, dass Nero unter den Machthabern der Erste gewesen sei, der die Rednergabe eines anderen benötigt habe. Denn der Diktator Cäsar konnte sich mit den größten Rednern messen. Auch Augustus verfügte über eine schlagfertige, flüssige und dem Princeps wohl anstehende Beredsamkeit. Tiberius verstand sich auch auf die Kunst, seine Worte wohl abzuwägen und sie dazu mit gewichtigen Gedanken zu füllen- oder auch absichtlich mit zweideutigen. Auch seine geistige Umnachtung konnte bei Cäsar das rednerische Talent nicht zerrütten. Und auch bei Claudius vermisste man, wenn er eine vorbereitete Rede hielt, nicht die Feinheit der Ausdrucksweise.

3,3 Nero beschäftigte sich schon in seinen Knabenjahren, bei seinem lebhaften Geist mit abwegigen Dingen: Er meißelte, malte, betätigte sich als Sänger oder Wagenlenker. Und manchmal zeigt er beim Abfassen von Gedichten, dass er elementarische Kenntnisse besaß.

Eingereicht von: Cäsar666