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Annales - 01, 55

Als Drusus Caesar und C. Norbanus Konsuln waren, wurde Germanicus ein Triumph bewilligt, obwohl der Krieg noch andauerte; er nahm ihn, obwohl er ihn mit viel Mühe für den Sommer vorbereitete, zu Beginn des Frühlings und durch einen plötzlichen Angriff auf die Chatten vorweg. Denn ihm war die Hoffnung gekommen, dass der Feind in die zwei Parteien Arminius und Segestes zerfallen war, jeder von beiden auffallend durch seine Treulosigkeit gegenüber uns oder durch Treue. Arminius als Aufwiegler Germaniens; Segestes eröffnete dem Varus bei anderen Gelegenheiten und bei dem letzten Gastmahl, nach welchem man zu den Waffen griff, dass eine Rebellion vorbereitet werde und riet ihm, dass er sowohl ihn, Arminius als auch die übrigen Adligen festnehmen solle: dass das Volk nichts wagen werde, nachdem die Anführer festgenommen wurden; und auch, dass es für ihn selbst Zeit sei, in der er die Verbrechen und die Unschuldigen unterscheiden könne. Aber Varus fiel wegen seines Schicksals und wegen der Kraft des Arminius; Segestes blieb widerstrebend, obwohl er durch die Übereinstimmung des Volkes in den Krieg gezogen wurde, nachdem die Hassgefühle für seine Person gewachsen waren, weil Arminius dessen Tochter, die einem anderen versprochen war, geraubt hatte: der verhasste Schwiegersohn des feindlichen Schwiegervaters; und so war das, was bei Einträchtigen Fesseln der Liebe sind, bei den Feindseligen Triebfeder des Hasses.

Autor: Nina Rink