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Oedipus - 582-605

Creo

Da beginnt plötzlich die Erde sich zu spalten und in einem riesigen Riss gelöst sich zu öffnen – selbst die fahlen Götter habe ich unter den Schatten gesehen, selbst die erstarrten Seen und die wahre Nacht; kalt in den Adern erstarrte und stockte das Blut.
Das springt eine wilde Gruppe hervor und in Waffen steht das ganze schlangenhafte Geschlecht, Die mit dem dirkeischen Zahn gesäte Brüderschar. Dann schrie die grauenhafte Erinnye und die blinde Wut und der Schrecken und alles, was sie zugleich für die ewige Finsternis schaffen und verbergen: Die sich das Haar ausreißende Trauer und die sich krank den müden Kopf stützende Krankheit, das sich selbst schwer gewordene Alter, die drohende Angst und das gierige Übel des Ogygias’ Volkes: Die Pest.
Uns floss der Mut dahin. Sie selbst, die doch den Brauch und die Künste des Alten kannte, erstarrte. Der Vater unerschüttert und durch die Einbuße kühn ruft zusammen, dass das blutleere Volk des Dis hergebracht werde. Sofort, wie leichte Wolken, fliegen sie und atmen Lüfte im freien Himmel.
So viele fallende Blätter führt der Eryx nicht hervor und auch nicht bringt die Hybla so viele mitten im Frühling hervor,
wenn ein dichter Schwarm zur engen Kugel sich vereint, und so viele Wellen bricht nicht das ionische Meer. So viele Vögel wechseln nicht das Winterlager, indem sie das Drohen des kalten Strymon meiden, und den Himmel schneidend den nordischen Schnee mit dem milden Nil tauschen, wie jener Ruf des Sehers Völker herausführt.

Autor: jauchi