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Oedipus - 052-070

Und kein Bereich ist unversehrt von dem Unheil frei, sondern jedes Alter, ganz egal auch das Geschlecht: Es geht unter. Die Todbringende Pest vereint Junge mit Alten, Väter mit den Söhnen, eine einzige Fackel verbrennt die Ehebetten. Und an bitterlichem Weinen und Klagen fehlt es den Leichenzügen.
Eben das hartnäckige Verderben eines solchen Übels selbst hat die Augen getrocknet, und was beim Äußersten so üblich ist: Die Tränen vergingen: Diesen trägt sein kranker Vater zum letzten Feuer, diesen trägt die Mutter ohne Sinne und eilt, um den anderen zu holen, damit er in denselben Scheiterhaufen geht. Ja beim Trauern selbst entsteht schon neues Trauern, und der Leichenzug fällt selbst beim Begräbnis.
Dann verbrennen sie auf fremden Flammen die eigenen Körper; das Feuer wird einem entrissen: Die Elendigen haben keine Scham. Die nicht getrennten Hügel bedecken die gesammelten Körper: es reicht gebrannt zu haben. Aber ein wie großer Teil ging in Asche über? Es fehlt an Erde für die Gräber, die Wälder verweigern den Scheiterhaufen das Holz. Kein Gebet, keine Kunst hilft den Befallenen.: Es fallen die zu Hilfe eilenden, die Krankheit zieh die Hilfe an sich.

Autor: jauchi