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Oedipus - 001-028


Oedipus

1-28
Schon kehrt der Titan zurück, mit der Vertreibung der Nacht und trauriger Glanz kommt in düsterer Wolke hervor. Ein trauriges Licht durch unheilbringende Flamme erschaffend erblickt er die durch die gierige Pest vereinsamten Häuser, und welchen Verlust die Nacht verursachte, deckt nun der Tag auf.

Wer freut sich and er Königsherrschaft? Falsches Gut, wieviele Übel verdeckst du mit ach so trügerischem Schein! Wie die hohen Berge immer die Winde erdulden und wie den die unermesslichen Wasser trennenden Fels der Klippe die Flut eines noch so ruhigen Meeres schlägt, so steht die erhabene Herrschaft unter dem Schicksal.
Wie gut bin ich dem Szepter meines Vaters Polybus entkommen!
Frei von Sorgen, verstoßen, unbekümmert daherlaufend (Die Götter ruf ich zum Beweis) geriet ich in eine Herrschaft.
Ich fürchte Unsagbares: Das durch meine Hand mein Vater zu Grunde gehen soll. Dies mahnen mich die Delphischen Lorbeeren, und anderes, noch größeres Verbrechen kündigen sie mir an. Gibt es noch ein größeres Verbrechen als den Vatermord? Elende Frömmigkeit (Es schämt mich, das Orakel auszusprechen). Apoll droht dem Sohn das Ruhelager des Vaters an und das grausame Ehebett, geschändet durch unwürdige Hochzeitsfackel. Diese Angst vertrieb mich aus dem väterlichen Reiche, dieses fliehend aus den häuslichen Gemächern bin ich fort gegangen, mir selbst zu wenig vertrauend habe ich in Sicherheit deine Rechte gestellt, Natur.
Wenn du vor Großem Angst hast, sollst du dennoch Angst haben, dass das, was du dir nicht vorstellen kannst, doch geschehen kann. Ich habe vor Allem Angst und glaube mir nicht mehr selbst.

Autor: jauchi