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De Providentia - 5, 7-8

Die Schicksale führen uns, und wieviel einem jeden an Zeit übrig ist, bestimmt die erste Stunde der Geborenen. Die Ursache beruht auf dem Grund, die lange Reihenfolge der Dinge zieht Privates und Öffentliches nach sich: Daher ist alles mutig zu ertragen, weil nicht alles, wie wir glauben, zufällig hereinbricht, sondern zum Vorschein kommt. Einst ist festgelegt worden, worüber du dich freust, was du beweinst, und obwohl das Leben der Einzelnen sich in großer Vielfalt unterscheiden zu werden scheint, kommt das Ergebnis in Einem zusammen: Wir die wir untergehen werden, empfangen (akzeptieren) das Vergängliche. Worüber also entrüsten wir uns? Worüber beklagen wir uns? Wir sind dazu bereit. Die Natur benutzt, wie sie will, ihre Gestalten! Lasst uns fröhlich und zu allem entschlossen glauben, dass nichts an uns untergeht! Welcher ist ein guter Mann? Sich dem Schicksal zu stellen (freier: Der, der sich dem Schicksal stellt)! Es ist ein großer Trost mit dem Universum weggerissen zu werden; was auch immer es ist, das befohlen hat, so zu leben, so zu sterben, bindet mit derselben Notwendigkeit auch die Götter. Ein unwiderruflicher Lauf führt gleichsam das Menschliche und Göttliche: Jener Gründer von allem und Leiter hat zwar selbst die Schicksale vorgeschrieben, aber folgt (auch); er gehorcht immer, hat nur einmal befohlen: Der Schöpfer kann die Materie nicht verändern.

Autor: Libertas