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Apocolocyntosis - 03

Dann führte Mercur, der sich immer an dessen Begabung erfreut hatte, eine der drei Parzen beiseite und sagte: „Warum, o grausamste Frau, lässt Du es zu, dass der arme Mensch gequält wird? Und er hätte niemals so lange gequält werden dürfen. Es ist das Jahr 64 seit er sich mit der Seele abmüht. Warum wünschst Du diesem und der Republik Übles? Ertrage, dass die Astrologen irgednwann mal die Wahrheit sagen, die jenen, seit dem Tag, als er zum Princeps gemacht wurde, jedes Jahr und jeden Monat von neuem zu Grabe trugen. Und trotzdem ist es kein Wunder, wenn sie sich irren und dessen Stunde keiner kennt, denn niemand glaubte, dass jener jemals geboren wurde. Tu, was zu tun ist: Liefere ihn dem Tod aus, erlaube lieber, dass ein Besserer in einem leeren Saal herrscht.“ Aber Clotho sagte: „ Ich, bei Hercules, wollte jenem eine Winzigkeit an Zeit hinzugfügen, solange bis er die sehr wenigen , die übrig sind, mit dem römischen Bürgerrecht beschenkt hätte (denn er hatte festgesetzt, dass alle die Griechen, Gallier, Spanier, Briten als mit der Toga bekleidet sehen), aber da es dir gefällt, dass irgendwelche Fremden für die Nachwelt zurückgelassen werden und Du befohlen hast, dass es so geschieht, geschehe es.“ Dann öffnete sie das Kästchen und holt drei Spindeln hervor: die eine war die des Augurinus, die andere des Baba, die dritte die des Claudius. Sie sagte: „Diese drei werde ich dazu verurteilen, dass sie innerhalb eines Jahres nur durch kurze Zeitintervalle getrennt sterben, und ich werde ihn nicht ohne Begleitung wegschicken. Denn es gehört sich nämlich nicht, diesen, der eben noch sieht, wie so viele Tausende an Menschen ihm folgen, so viele voranschreitende, so viele umringende, stand er plötzlich alleine da. Er wird unterdessen mit diesen Tischgenossen zufrieden sein.“

Autor: Nina Rink