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Bellum Catilinae - Kap. 61

Aber nachdem der Kampf vorbei war, da konnte man wirklich sehen, welche Kühnheit und welcher Wagemut im Heer des Catilina geherrscht hatten. Denn fast jeder belegte nachdem er sein Leben verloren hatte mit seinem Körper jenen Platz, den er als Lebender im Kampf eingenommen hatte. Wenige von der Mitte aber, welche die Prätorianerkohorte auseinanderdrängt hatte, befanden sich ein wenig nach verschiedeneren Richtungen hin, hier und dort, aber dennoch hat man sie alle durch Verwundungen von vorne niedergemacht. Catilina aber wurde weit ab von den seinen unter den Leichnamen der Feinde gefunden, während er auch noch ein wenig atmete und die Wildheit des Geistes, die er als Lebender hatte, drückte er (immer noch) in seinem Gesichtsausdruck aus. Schließlich ist von der ganzen Truppe, weder in der Schlacht noch auf der Flucht, irgendein freier Bürger gefangen worden: so hatten sie alle ihr eigenes Leben und das der Feinde gleichermaßen (wenig) geschont. Und dennoch hatte das Heer des römischen Volkes keinen glücklichen oder unblutigen Sieg erlangt. Denn gerade die Tüchtigsten sind entweder im Kampf niedergestreckt worden oder schwer verwundet weggegangen. Viele aber, die wegen der Gelegenheit (etwas) zu sehen oder zu berauben aus dem Lager gekommen waren, fanden beim Umdrehen der feindlichen Leichen, die einen einen Freund, die anderen einen Gastfreund oder Verwandten; es gab ebenso (auch) solche, die private Feinde erkannten. So wurden durch das ganze Heer hindurch verschieden Jubel, Schmerz, Trauer und Freude geübt.

Autor: CVR