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Bellum Catilinae - Kap. 56

Während sich dies in Rom zutrug, stellte Catilina aus der ganzen Truppe, die er selbst herangeführt und die Manlius beaufsichtigt hatte, zwei Legionen auf und entsprechend der Anzahl der Soldaten füllte er Kohorten auf. Hierauf verteilte er sie gleichmäßig, jeden wie er gerade kam, sei es aus eigenem Antrieb oder aufgrund der Gefährten, und in Kürze hatte er die Legionen mit einer Menge von Leuten aufgefüllt, von denen er anfangs nicht mehr als 2000 gehabt hatte. Aber von der Truppe war (nur) etwa ein Viertel mit militärischen Waffen ausgerüstet – die Übrigen, wie der Zufall jeden bewaffnet hatte, trugen Kurzspeere oder Lanzen, andere vorn zugespitzte Pfähle. Aber nachdem Antonius mit einem Heer herangerückt war, marschierte Catilina durch die Berge – mal brach er sein Lager in Richtung Rom ab, mal wandte er sich Richtung Gallien: den Feinden gab er keine Gelegenheit zu kämpfen. Er hoffte, dass er bald einen großen Truppenverband haben werde, wenn die Gefährten in Rom ihre Aufgaben erfüllt hätten. Unterdessen wies der die Menge der Sklaven zurück, von denen sich am Anfang eine große Menge zu ihm begab: Er vertraute auf die Kraft der Verschwörung, während er zugleich meinte, dass es für seine Bestrebungen fremdartig scheine, die Sache der Bürger gemeinsam mit flüchtenden Sklaven auszufechten.

Autor: CVR