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Bellum Catilinae - Kap. 36


Nachdem er selbst einige Tage bei Gaius Flaminius im arretinischen Gebiet verweilt hatte, während derer er die Bevölkerung, die zuvor aufgewiegelt worden war, mit Waffen versah, begab er sich mit Rutenbündeln und anderen Herrschaftsinsignien in das Lager zu Manlius. Sobald dies in Rom bekannt geworden war, verurteilte der Senat Catilina und Manlius zu Staatsfeinden und setzte für die übrige Menge einen Termin fest, bis zu dem erlaubt sei, ohne Schaden die Waffen niederzulegen – außer für jene, die wegen Kapitalverbrechen bereits verurteilt worden waren. Außerdem beschloss der Senat, dass die Konsuln eine Truppenaushebung abhalten sollten, Antonius mit einem Heer Catilina eiligst verfolgen solle und Cicero für den Schutz der Stadt verantwortlich sei.

Durch diesen Sturm ist mir das Reich des römischen Volkes äußerst elend erschienen. Obwohl, dadurch dass sie vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang alles durch Waffengewalt als gebändigt hervorgebracht hatten, zu Hause die Muße und der Reichtum, was die Sterblichen für das erste halten, herbei floss, gab es dennoch Bürger, die mit hartnäckigen Gesinnungen darauf aus waren, sich und den Staat, zugrunde zu richten. Denn trotz der zwei Beschlüsse des Senats hatte niemand aus dieser so großen Menge, entweder durch eine Belohnung bewegt, die Verschwörung aufgedeckt, oder irgendjemand von allen diesen sich vom Lager des Catilina getrennt: eine so große Kraft der Leidenschaft war gleichsam wie eine Fäulnis in die meisten Herzen der Bürger eingedrungen.

Autor: CVR