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Bellum Catilinae - Kap. 33

„Die Götter und die Menschen, Imperator, rufen wir zu Zeugen an, dass wir die Waffen weder gegen das Vaterland ergriffen haben, noch um dadurch anderen eine Gefahr zu bereiten, sondern damit unser leibliches Leben vom Unrecht sicher sei, die wir elend und arm und durch die grausame Gewalt der Gläubiger großteils unserer Heimat, alle jedoch hinsichtlich unseres Rufes und hinsichtlich des Wohlstandes ledig sind. Es war auch keinem von uns erlaubt, nach der Art der Vorfahren, die Gesetze zu gebrauchen und durch die Aufgabe des väterlichen Erbes, leibfrei zu sein: so groß war das Wüten der Gläubiger und des Prätors. Oft haben sich eure Vorfahren des römischen Volkes erbarmt und durch ihre Beschlüsse seiner Not abgeholfen und erst kürzlich wurde angesichts unserer Anmahnung wegen der Höhe des Schuldenberges aufgrund der Gewaltanwendung aller Guten die Silberschuld gelöst. Oft hat sich das Volk selbst – entweder aus dem Streben nach Herrschaft heraus oder wegen des Hochmutes der Beamten – bewaffnet von den Senatoren abgesetzt. Aber wir streben weder nach Herrschaft noch nach Reichtümern, aufgrund derer aller Krieg und Streit unter den Menschen besteht, sondern nach Freiheit, die kein guter Mensch aufgibt, es sei denn zugleich mit dem Leben. Dich und den Senat beschwören wir, ihr mögt für die armen Bürger sorgen und den Schutz des Gesetzes wieder herstellen, den die Ungerechtigkeit des Prätors hinweg genommen hat und ihr mögt uns nicht die Notwendigkeit auferlegen, dass wir danach suchen, auf welche Weise wir unser Blut am besten gerächt habend zugrunde gehen.

Autor: CVR