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Bellum Catilinae - Kap. 31, 04-09

(4) Doch Catilina verfolgte kaltblütig weiterhin dieselben Ziele, wenn auch Schutzmaßnahmen getroffen worden und er selbst aufgrund der Lex Plautia von Lucius Paulus gerichtlich belangt worden war. (5) Zuletzt kam er in den Senat um zu vertuschen oder um sich reinzuwaschen, wie als ob er durch Beleidigungen gereizt worden wäre. (6) Darauf hielt der Konsul Marcus Tullius, sei es, dass er dessen Anwesenheit scheute, sei es aus Zorn eine glänzende und für den Staat förderliche Rede, die er später in schriftlicher Form herausgegeben hat. (7) Aber sobald Cicero Platz genommen hatte, begann Catilina, bereit wie er war alles abzuleugnen, mit gesenktem Blick und flehendem Ton von den Senatoren zu verlangen nicht blindlings etwas über ihn zu glauben: er stamme aus so guter Familie und habe von Jugend an sein Leben so eingerichtet, dass er sich in allem beste Hoffnungen machen konnte. Si sollten doch nicht glauben, dass er, ein Patrizier, der selbst, ebenso wie seine Vorfahren, sehr viele Verdienste um das römische Volk aufzuweisen habe, den Untergang des Staates nötig hatte, während Marcus Tullius, ein Zugereister in der Stadt Rom, den Staat retten würde. (8) Als er noch weitere Beleidigungen hinzufügte, schrieen ihn alle nieder und nannten ihn Staatsfeind und Mörder. (9) Da schrie Catilina rasend vor Zorn: „Weil ich von Feinden umstellt in den Abgrund getrieben werde, will ich den Brand, der mich bedroht, unter Trümmern ersticken.“

Autor: fRaNkLiN