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Bellum Catilinae - Kap. 18-19

18. Indes waren schon vorher einige wenige ebeso eine Verschwörung gegen den Staat eingegangen, unter ihnen Catalina. Über diese will ich berichten, so wahrhaft wie ich kann. Unter dem Konsulat des Lucius Tullus und Manius Lepidus waren die fürs nächste Jahr bestimmten Konsuln Publius Autronius und Publius Sulla wegen Wahlbetrugs vor Gericht belangt und bestraft worden. Wenig später wurde Catalina wegen Erpressungen angeklagt und war gehindert worden, sich um das Konsulat zu bewerben, weil er innerhalb der gesetzlichen Frist sich nicht hatte melden können. Es gab da zu eben der Zeit einen Gnaeus Piso, einen jungen Mann aus dem Adel, von höchster Verwegenheit, mittellos, einen Intriganten, dem die Not und ein übler Charakter Antrieb waren, den Staat in Unordnung zu bringen. Diesen teilten Catilina und Autronius um den 5. Dezember den Plan mit und bereiteten eine Ermordung der Konsuln Lucius Cotta und Lucius Torquatus am 1. Januar auf dem Kapitol vor. Selbst wollten sie die Rutenbündel an sich reißen und Piso mit einem Heere zur Besetzung der beiden Spanien entsenden. Als das bekannt wurde, verschoben sie den Plan der Ermordung wieder auf den 5. Februar. Schon sannen sie damals nicht nur den Konsuln, sondern auch den meisten Senatoren Verderben. Wenn aber Catalina sich nicht zu sehr beeilt hätte, vor dem Rathaus seinem Anhang das Zeichen zu geben, so wäre an diesem Tage die größte Untat seit Gründung der Stadt begangen worden. Weil die Bewaffneten noch nicht in großer Zahl zusammengekommen waren, so vereitelte dieser Umstand den Plan.

19. Danach wurde Piso in das diesseitige Spanien als Quästor in der Stellung eines Prätors geschickt und Betreiben des Crassus, weil er ihn als einen erbitterten Gegner des Gnaeus Pompeius kennengelernt hatte. Doch hatte ihm der Senat die Provinz nicht widerwillig gegeben; wollte er doch, dass dieser üble Mensch weit weg vom Gemeinwesen sei, zugleich sahen ja auch mehere Gutgesinnte einen Schutz in ihm und war ja auch schon damals die Macht des Pompeius schreckenserregend. Aber dieser Piso ist in der Provinz von spanischen Reitern, die er im Heer unter seinem Befehl hatte, während des Marsches getötet worden. Manche sagen so: die Fremden hätten seine ungerechten, überheblichen, grausamen Befehle nicht ertragen können; andere hinwiederum, jene Reiter, alte und treue Gefolgsschaftsleute des Gnaeus Pompeius, hätten mit seinem Willen Piso angegriffen; niemals hätten die Spanier sonst noch eine solche Untat begangen, aber grausame Herrschaft hätten sie vielfach vor dem erduldet. Wir lassen diese Sache auf sich beruhen. Über die frühere Verschwörung ist damit genug gesagt.

Autor: O=LI