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Epistulae - Buch 09, 12 (Nachsicht mit der Jugend)

C. Plinius Iuniori suo s.
Gaius Plinius grüßt seinen Iunior
Castigabat quidam filium suum, quod paulo sumptuosius equos et canes emeret. Jemand tadelte seinen Sohn, dass er ein wenig zu verschwenderisch Pferde und Hunde kaufe. Huic ego iuvene digresso: „Heus tu, numquamne fecisti, quod a patre corripi posset? Als der Jüngling weggegangen war, sagte ich zu dem Vater :”Hör mal, hast du nie etwas ,was dein Vater hätte tadeln können? Fecisti’ dico? Hast getan , sage ich? Non interdum facis, quod filius tuus, si repente pater ille, tu filius, pari gravitate reprehendat? Tust du nicht manchmal etwas, was dein Sohn, wenn unversehens jener der Vater wäre, und du der Sohn , ebenso scharf tadeln könnte? Non omnes homines aliquo errore ducuntur? Machen nicht alle Menschen einmal irgendeinen Fehler ? Non hic in illo sibi, in hoc alius indulget?“ Sieht sich nicht der eine dies, der andere das nach ? Haec tibi admonitus immodicae severitatis exemplo pro amore mutuo scripsi, ne quando tu quoque filium tuum acerbius duriusque tractares. Das schreibe ich dir, durch das Beispiel übertriebener Strenge gewarnt, im Gedanken an unsere gegenseitige Liebe, damit nicht auch du einmal deinen Sohn allzu hart und streng anfasst. Cogita et illum puerum esse et te fuisse, atque ita hoc, quod es pater, utere, ut memineris et hominem esse te et hominis patrem. Bedenke , dass er noch ein Kind ist, dass auch du einmal jung gewesen bist, und gebrauche deine väterliche Gewalt so, dass du nie vergisst, dass du ein Mensch und Vater eines Menschen bist.
Vale. Leb wohl.

Autor: nboris (Forum)


Übersetzungsalternative
Ein gewisser Vater tadelte seinen Sohn, weil er ein wenig verschwenderisch Pferde und Hunde kaufte. Nadchdem der Junge sich entfernt hatte, sagte ich diesem: He! Holla! Hast du niemals etwas gemacht, was von deinem Vater hätte getadelt werden können?Hast du getan, sage ich? Machst du nicht manchmal etwas, was dein Sohn, wenn er plötzlich jener Vater wäre, du der Sohn, mit gleicher Stränge tadeln würde? Irren sich nicht alle anderen Menschen? Ist nicht der eine in diesem, der andere in jedem nachsichtig? Dieses schreibe ich dir, durch das Beispiel übertriebener Strenge gewarnt, für unsere gegenseitige Liebe, damit du nicht deinen Sohn scharf und hart behandelst. Bedenken, dass er sowohl ein Kind ist als auch, dass du auch einmal jung gewesen bist und nutze dass du Vater bist so, dass du dich erinnerst du sowohl Mensch als auch der Vater einen Menschen bist. Lebe wohl

Autor: rusufula