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Epistulae - Buch 08, 22 (Aufruf zur Toleranz)

C. Plinius grüßt seinen Geminus

1. Kennst du diese Menschen, die als Sklaven aller Leidenschaften, sich selber über die Fehler der anderen so aufregen, gewissermaßen von oben herab sehen, und die am härtesten bestrafen, welche sie am meisten nachmachen? Während sie nämlich für diese, welche keine Nachsicht von jemanden benötigen, nichts mehr schickt als Milde? 2. Und auch ich halte den für den besten und fehlerfreisten, der den anderen so verzeiht, als ob er selber jeden Tag Fehler beginge, so der Sünde frei bleibt, als ob er niemanden verziehe. 3. Also daher halten wir daran drinnen fest, draußen fest, dass wir in jeder Lebenslage beibehalten damit wir gegen uns selbst unerbittlich sind, nachgiebig auch gegenüber diesen, welche nur sich selbst zu verzeihen wissen und im Geist behalten, was ein sanftmütiger und auch großer Mann, Thrasea, häufig zu sagen pflege: Wer Fehler hasst, hasst die Menschen

Autor: rusufula