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Epistulae - Buch 01, 14 (7-10)


7 Acilianus selbst besitzt wirklich sehr viel an Kraft und Eifer, jedoch bei größter Bescheidenheit.
Aufs Ehrenhafteste hat er bereits die Quästur, das Tribunat und die Prätur durchlaufen,
die Notwendigkeit für sich Wahlwerbung zu machen hat er dir bereits von sich aus abgenommen.

8 Jener hat ein offenes (edles) Gesicht, gut durchblutet und mit viel rot überzogen,
sein ganzer Körper besitzt eine natürliche Schönheit,
er besitzt das gewisse stattliche Aussehen eines Senators.
Das halte ich keineswegs für Vernachlässigbar,
das muss der Keuschheit der Mädchen als Lohn gegeben werden.

9 Ich weiß nicht ob ich bemerken soll, dass sein Vater ein großes Vermögen hat.
Denn wenn ich mir euch vorstelle (an eure Familie denke), für die wir einen Schwiegersohn suchen,
glaube ich, dass das Vermögen nicht erwähnt werden muss;
wenn ich aber auf die öffentliche Moral und auf die Gesetze des Staates achte,
auf Grund derer man glaubt, dass vor allem die Vermögensverhältnisse der Menschen
beachtet werden müssen, dann scheint auch das nicht übergangen werden zu dürfen.
Und überhaupt muss dies für jemanden der an Nachkommen denkt
und zwar an viele bei der Auswahl des Ehepartners in Rechnung gestellt werden.

10 Vielleicht könntest du glauben, ich hätte mich meiner Liebe hingegeben
und ihn mehr als Sache gestattet (über die Maßen) gelobt.
Ich gelobe bei meiner Treue, dass du alles weitaus prächtiger vorfinden wirst,
als es von mir angekündigt worden war.
Ich schätze diesen jungen Mann brennendst, sowie es ihm gerecht wird;
aber gerade das ist Zeichen meiner Zuneigung,
ihn nicht mit Lob zu überhäufen. Leb wohl.

Autor: schraubihaubi