Latein24.de

Mostellaria Szene 3.1 - Z 610-689


Theopropides (zu Tranio): Was sind jene Zinsen, um Himmels Willen, welche jener fordert?

Tranio (zu Misargyrides): Sieh, sein Vater ist eben erst aus der Ferne hierher gekommen. Er wird dir sowohl die Zinsen als auch das Kapital geben. Du sollst nicht beanspruchen, uns weiter in irgendeiner Form zu belästigen! Sieh: zögert er denn?

Danista: Doch ich will es sogar kassieren, wenn irgendwas gegeben wird.

Theopropides: Was sagst du?

Tranio: Was willst du?

Theopropides: Wer ist jener? Was fordert er? Warum beschimpft er meinen Sohn Philolaches so und macht dir in deiner Gegenwart Geschrei? Was schuldet man ihm?

Tranio: Ich bitte dich, beim Herkules, Befiehl, dass dem schmutzigen Viech Silber aufs Maul gehauen wird!

Theopropides: Ich soll befehlen?

Tranio: Befiehl, dass dem Mann mit Silber das Maul verprügelt wird!

Danista: Sehr leicht erleide ich die Schläge aus Silber.

Tranio: Hörst du? Um Himmels Willen, beim Herkules, er scheint als Geldverleiher geeignet zu sein, welches der schlechteste Menschenschlag ist.

Theopropides: Ich kümmere mich um jenes nicht, wer er ist, was er ist, woher er ist. Dies, dies will ich, dass mir gesagt wird, dies fordere ich zu wissen: Was ist jenes Silber?

Tranio: Es ist… Diesem schuldet Philolaches ein bisschen.

Theopropides: Wieviel ist dieses bisschen?

Tranio. Na, so etwa… 40 Minen. Halte dies durchaus nicht für viel!

Theopropides (spöttisch): Dies ist sicherlich ein bisschen. Darüber hinaus höre ich auch, dass Zinsen des Silbers geschuldet werden.

Tranio: 44 Minen werden jenem geschuldet, sowohl Kapital als auch Zinsen.

Danista: Soviel ist es. Um nichts mehr fordere ich.

Tranio: Ich wollte bestimmt, beim Herkules, dass du um eine Münze mehr forderst. Sag dass du es geben wirst, damit er weggeht.

Theopropides: Ich soll sagen, dass ich sie gebe?

Tranio: Sag es!

Theopropides: Ich?

Tranio: Du selbst. Sag es nur, hör mir zu! Versprich es! Mach, sage ich: ich befehle es.

Theopropides: Antworte mir: Was ist die Tat mit diesem Silber?

Tranio: Es ist gerettet.

Theopropides: Zahlt ihr doch, wenn es gerettet ist.

Tranio: Dein Sohn hat ein Haus gekauft.

Theopropides: Ein Haus?

Tranio: Ja, ein Haus.

Theopropides: Klasse, Philolaches schlägt dem Vater nach: schon beschäftigt er sich mit dem Handel. Sagst du: Haus?

Tranio: Ja, ein Haus, sage ich. Aber weißt du, von welcher Art?

Theopropides: Wie kann ich das wissen?

Tranio: Wehe!

Theopropides: Was ist?

Tranio: Frag mich nicht!

Theopropides: Was soll das denn?

Tranio: Ein Haus, wie ein Spiegel glänzend, reiner Glanz!

Theopropides: Das ist gut getan, beim Herkules. Was, für wieviel kauft er es?

Tranio: Für ebenso viele große Talente, wie ich und du sind. Aber für die Anzahlung hat er diese 40 Minen gegeben. Von hier hat er genommen, welche wir diesem gegeben haben. Hast du es jetzt verstanden? Denn nachdem dieses Haus so war, wie ich dir gesagt habe, hat er sofort für sich ein anderes Haus gekauft.

Theopropides: Gut gemacht, beim Herkules.

Danista. Hey, schon rückt der Mittag heran!

Tranio: Zahl ihn aus, ich bitte dich, damit er uns nicht durch sein Gekotze umbringt!

Theopropides: Junger Mann, verhandel mit mir!

Danista: Das heißt, ich kann es von dir fordern?

Theopropides: Fordere morgen!

Danista: Ich gehe. Ich habe genug, wenn ich morgen Silber kassiere.

Tranio: Übel, welches diesem dort alle Götter und Göttinnen geben sollen! So verwirrt er meine Pläne gänzlich. Beim Pollux, kein Menschenschlag ist heute hässlicher und mit nicht weniger begründetem Existenzanspruch als das der Geldverleiher.

Theopropides: In welcher Gegend hat mein Sohn dieses Haus gekauft?

Tranio (für sich): Aber sieh, ich bin erledigt!

Theopropides: Sagst du jetzt das, was ich dich frage?

Tranio: Ich werde es sagen. Aber ich überlege den Namen des Hausherrn, wie er ist.

Theopropides: Los, du sollst dich nun darauf besinnen!

Tranio (für sich): Was soll ich nun machen, außer dass ich die Lüge auf den nächsten Nachbarn richte? Ich werde sagen, dass der Sohn dieses Haus von diesem gekauft habe. Beim Herkules, ich habe gehört, dass eine heiße Lüge die beste sei. Was auch immer die Götter sagen, dies ist beschlossen worden zu sagen.

Theopropides: Was also? Hast du dich schon besonnen?

Tranio: Die Götter sollen diesen verderben! (leise zum Publikum, auf Theopropides zeigend) Und diesen da noch eher. (laut) Von diesem nächsten Nachbarn hat dein Sohn das Haus gekauft.

Theopropides: In gutem Glauben?

Tranio: Wenn du wirklich im Begriff bist, das Silber zurückzugeben, dann in gutem Glauben; wenn nicht, dann nicht.

Theopropides: Er hat es nicht an einem sehr guten Ort gekauft.

Tranio: Im Gegenteil, an dem besten Ort!

Theopropides: Ich will, beim Herkules, dieses Haus besichtigen. Nun klopf doch an die Tür und ruf irgendjemanden von drinnen zu dir, Tranio!

Tranio (für sich): Sieh, ich bin erledigt. Nun weiß ich nicht, was ich sagen soll. Abermals tragen mich die Wogen schon zu diesem einen Felsen.

Theopropides: Was nun?

Tranio (für sich): Beim Herkules, mir fällt nicht ein was ich nun tun soll. Ich werde auf frischer Tat ertappt gehalten.

Theopropides: Ruf nun doch irgendjemanden schneller heraus! Frag, dass uns irgendjemand herumführt!

Tranio: He du, aber hier sind Frauen. Man muss sehen, ob sie wollen oder nicht.

Theopropides: Du erbittest Gutes und Angemessenes. Geh, erkundige dich und frag. Ich will auf dich inzwischen hier, während du weggehst, warten.

Tranio (für sich, zum Haus gehend): Alle Götter und Göttinnen sollen dich total vernichten, Alter! So greifst du von allen Seiten meinen Plan auf schlechte Weise an. Toll! Sieh, sehr gut, der Herr des Hauses, Simo, kommt von drinnen nach draußen. Ich werde hierher gekommen sein, während ich mir einen Senat an Rat im Herzen zusammenrufe. Also nun werde ich an diesen herangehen, wenn ich herausgefunden haben werde, was ich tun soll.

Autor: Delphia