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Mostellaria Szene 3.1 - Z 532-609

Danista: Ich habe niemals irgendein unheilvolleres Jahr zum Geldverleih gesehen, als dieses Jahr mir zugefallen ist. Vom Morgen an bis zur Nacht verbringe ich den Tag ununterbrochen im Forum; ich kann für niemanden eine Münze anlegen.

Tranio (für sich): Nun, beim Pollux, bin ich völlig auf ewig zugrunde gegangen. Der Geldverleiher ist da, der Geld für Zinsen gegeben hat, wovon die Freundin gekauft worden ist und was man für die Kosten gebraucht hat. Offenbar ist die Sache, wenn ich nicht irgendwie eingreife, damit der Alte dies nicht aufdeckt. Ich werde diesem entgegengehen.
(Theopropides erscheint wieder auf der Bühne) Aber warum zieht sich denn dieser so schnell nach Hause zurück? Ich fürchte, dass er von der Sache irgendwas zu hören bekommen hat. Ich werde herantreten und ihn ansprechen. Wehe, wie ich Armer mich fürchte! Nichts ist schlimmer als das schlechte Gewissen des Menschen, so wie es mich quält. Aber, wie auch immer die Sache steht, ich will weiter fortfahren Verwirrung zu stiften: so verlangt es diese Angelegenheit.
Woher kommst du?

Theopropides: Ich habe jenen aufgesucht, von dem ich dieses Haus gekauft hatte.

Tranio: Hast du etwa zu jenem gesagt, was ich dir gesagt habe?

Theopropides: Ja, beim Herkules, ich habe wirklich alles gesagt.

Tranio (leise): Wehe mir Armem! Ich fürchte, dass meine Tricks für immer verloren sind.

Theopropides: Was redest du mit dir?

Tranio: Eigentlich nichts. Aber sag mir, hast du etwas gesagt, bitte?

Theopropides: Ich habe, sage ich, alles der Reihe nach gesagt.

Tranio: Hat er sich auch zu dem Gast bekannt?

Theopropides: Im Gegenteil, er streitet es hartnäckig ab.

Tranio: Der Verbrecher streitet es ab?

Theopropides: Er leugnet sehr, sage ich doch.

Tranio: Er gesteht es nicht?

Theopropides: Ich würde sagen, wenn er es zugegeben hätte. Was meinst du, ist nun zu tun?

Tranio: Was soll ich meinen? Schnapp dir, um Himmels Willen, beim Herkules, mit diesem gemeinsam einen Richter, aber sorge dafür, dass du einen schnappst, der mir glaubt: du wirst so leicht siegen, wie der Fuchs die Birne aufisst.

Danista (sieht Tranio): Aber siehe, Tranio, der Sklave des Philolaches, die mir weder Zinsen noch das Kapital geben.

Theopropides: Wohin treibst du dich?

Tranio: Ich gehe nirgendwohin. Bei Gott, ich bin elend, schlecht, geboren mit allen Göttern als Feind. Schon wird er in der Gegenwart von jenem hingehen. Ich bin bei Gott ein unglücklicher Mensch, so verschaffen sie mir sowohl von hier als auch von dort Ärger. Aber ich werde vorbeugen, dass dieser hingeht.

Danista: Dieser geht zu mir, ich bin gerettet! Hoffnung ist auf Geld!

Tranio (für sich): Er ist vergnügt; der Mensch irrt sich. (laut) Ich entbiete dir auf gute Weise Gesundheit, Misargyrides.

Danista: Sei du auch gegrüßt. Was ist hinsichtlich des Geldes?

Tranio: Hau gefälligst ab, Untier! Gleich während du angekommen bist, hast du einen Wurfspieß auf mich geworfen.

Danista (zum Publikum): Dieser Mensch ist sicher hohl.

Tranio (zum Publikum): Dieser Mensch ist sicher ein Wahrsager.

Danista: Warum lässt du nicht diese Tricks sein?

Tranio: Warum sagst du nicht, was du willst?

Danista: Wo ist Philolaches?

Tranio: Niemals hättest du mir passender kommen können, als du kommst.

Danista: Was ist?

Tranio: Geh hierher!

Danista: Warum werden mir die Zinsen nicht zurückgegeben?

Tranio: Ich weiß, dass du von guter Stimme bist; du sollst nicht so viel schreien!

Danista: Ich, beim Herkules, schreie tatsächlich.

Tranio: Ah, gehorche mir!

Danista: Warum willst du, dass ich dir gehorche?

Tranio: Geh weg, bitte, von hier nach Hause!

Danista: Ich soll weggehen?

Tranio: Komme hierher zurück um Mittag!

Danista: Werden mir also die Zinsen zurückgegeben?

Tranio: Ja. Nun geh weg!

Danista: Was soll ich hierher zurückkehren und entweder Mühe anwenden oder verschwenden? Was, wenn ich lieber hier bleiben werde bis zum Mittag?

Tranio: Im Gegenteil, du sollst nach Hause gehen! Beim Herkules, ich sage die Wahrheit. Geh nur weg!

Danista: Aber ich will. Gib erst die Zinsen!

Tranio: Geh, sag ich, geh nur!

Danista: Warum gebt ihr mir nicht die Zinsen? Was sucht ihr hier Ausflüchte?

Tranio: Klasse, beim Herkules, damit du nicht… Geh nur weg, hör mir zu!

Danista: Bald, beim Herkules, werde ich jenen namentlich anreden.

Tranio: Toll, sei tüchtig! Du bist wirklich glücklich weil du schreist.

Danista: Ich verlange meins. Viele Tage schon haltet ihr mich auf diese Art hin. Wenn ich lästig bin, gebt mir das Silber zurück: und schon bin ich weg. Du reißt mit diesem Wort alle Beschwerden fort.

Tranio: Nimm das Kapital an!

Danista: Ja, jeweils die Zinsen! Diese will ich zuerst!

Tranio: Was sagst du, hässlichster aller Menschen? Du kommst hierher um [schreien] zu üben? Du sollst tun, was in deiner Macht ist! Er gibt nicht, er schuldet nicht.

Danista: Er schuldet nicht?

Tranio: Nicht einmal eine Ährenspitze kannst du von hier tragen. Fürchtest du etwa, dass er irgendwohin hinaus von der Stadt weggeht um im Ausland zu leben wegen deiner Zinsen, welchem es erlaubt ist schon sein Kapital zu empfangen?

Danista: Als ob ich nicht Kapital verlange? Zuerst müssen mir die Zinsen zurückgegeben werden.

Tranio: Sei nicht lästig! Niemand gibt. Mach was du willst! Du allein, glaube ich, gibst mit den Zinsen das Geld?

Danista: Her mit den Zinsen, gib die Zinsen zurück, ihr sollt die Zinsen zurückgeben! Werdet ihr mir die Zinsen sofort geben? Werden mir die Zinsen gegeben?

Tranio: Zinsen dort, Zinsen hier! Er weiß auch nicht, wenn nicht von Zinsen geredet wird. Weg mit dir! Ich glaube nicht, dass ich jemals irgendein hässlicheres Untier gesehen habe als dich!

Danista: Du, beim Pollux, versetzt mich nun nicht in Schrecken mit diesen Worten da.

Theopropides (kommt langsam näher): Dieses Gespräch ist heiß: obwohl es auch in der Ferne ist, brennt es ziemlich übel.

Autor: Delphia