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Mostellaria Szene 1.3 - Z 258-312

Scapha: Wenn du manierlich bist, glaub mir, dass dein Haar auch manierlich ist.

Philolaches: (für sich) Ach, was kann es schlimmeres zu erwähnen geben als dieses Weib? Jetzt ist sie eine verschlagene Schmeichlerin, eben erst Gegnerin.

Philematium: Gib mir das Bleiweiß!

Scapha: (gibt sie nicht her) Wofür brauchst du denn Bleiweiß?

Philematium: Damit ich mir die Wangen bestreiche.

Scapha: Ebenso könntest du, Herrin, mit Tinte das Elfenbein glänzend weiß machen.

Philolaches: (für sich) Glänzend gesagt, das mit der Tinte und dem Elfenbein, Ich klatsche Beifall.

Philematium: Dann gib mir also die rote Schminke!

Scapha: Die gebe ich nicht! Bist du nicht endlich gescheit? Mit neuer Malerei willst du das reizende Werk entstellen? Für dein Alter gehört es sich nicht, irgendeine Farbe anzurühren, weder Bleiweiß, noch mehlisches Weiß, noch irgendwelche andere Schminke.

Philematium: Halte also den Spiegel. (küsst den Spiegel und reicht ihn Scapha)

Philolaches: (für sich) Oh ich Armer! Sie gab dem Spiegel einen Kuss. All zu sehr wünsche ich einen Stein zu nehmen, damit ich diesem Spiegel den Kopf zerschmettern kann.

Scapha: (reicht ihr ein Handtuch hin) Nimm dieses Tuch und wisch deine Hände ab.

Philematium: Warum, ich bitte dich?

Scapha: Weil du einen Spiegel gehalten hast, und ich fürchte, dass deine Hände nach Silber riechen. Damit Philolaches nicht argwöhnt, dass du irgendwo Geld nimmst!

Philolaches: (für sich) Ich glaube nicht, dass ich je eine schlauere Vermittlerin gesehen hatte. Dass dieser Bösen es so niedlich und schlau von Spiegel in den Sinn kommt!

Philematium: Glaubst du, ich sollte mich auch salben?

Scapha: Tu das nicht!

Philematium: Weswegen?

Scapha: Weil, beim Castor, eine Frau richtig riecht, wenn sie gar nicht riecht. Denn jene Vetteln, welche sich mit Salben einschmieren, sind aufgetakelte, hässliche Alte und Zahnlose, welche mit Schminke die Fehler ihres Körpers verstecken. Die riechen, wenn sich der Schweiß mit den Salben mischt, alsbald genauso, als gösse ein Koch verschiedene Brühen zusammen. Man kann nicht wissen, wonach es riecht, außer dem einen, dass man bemerkt, dass es übel riecht.

Philolaches: (für sich) Wie beschlagen sie in allem ist: In nichts ist jemand bewanderter als diese bewitzte Frau. (zum Publikum) Jenes ist wahr: Der allergrößte Teil von euch versteht es, bei denen alte Frauen im Haus wohnen, die ihr durch Mitgift erworben habt.

Philematium: Los, betrachte meinen Schmuck und mein Gewand, Scapha. Steht er mir hinreichend gut?

Scapha: Es ziemt sich nicht, dass ich mich darum kümmere.

Philematium: Wen denn, um Himmels willen?

Scapha: Ich will es dir erklären:

Scapha: Philolaches; er kauft nichts, wenn er nicht glaubt, dass es dir gefällt. Denn mit Gold und Purpurkleidung erkauft sich ja der Liebhaber das Herz des Mädchens. Was hilft es also, wenn man ihm von sich aus zeigt, was er nicht haben will? Purpur ist geeignet, das Alter zu vertuschen, Gold ist was für eine hässliche Frau. Eine schöne Frau wird nackt viel schöner sein, als im Purpurkleid. Und dann: Vergeblich ist eine schön geschmückt, wenn sie einen schlechten Charakter hat. Hässliche Sitten besudeln schönen Schmuck mehr als Kot. Wenn eine Frau schön ist, ist sie überaus geschmückt!

Philolaches: (für sich) Schon viel zu lange lasse ich meine Hand aus dem Spiel! (läuft zu den Frauen hin) Was macht ihr hier?

Philematium: Ich mache mich schön für dich, um dir zu gefallen.

Scapha: Du bist schon aufgeputzt genug. (zu Scapha) Geh von hier weg und trage diese Schmuckstücke hinein. (zu Philematium) Aber mein Schätzchen, meine Philematium, ich habe Lust ein Gläschen mit dir zu trinken.

Philematium: Und ich, bei Pollux, auch mit dir, denn was dir gefällt, gefällt auch mir, mein Liebling.

Philolaches: Hmm, dieses Wort ist 20 Minen wert.

Philematium: Gib mir, bitte sei so gut, 10: ich will dir dies Wort gern zu so einem günstigen Preis geben.

Philolaches: Auch jetzt sind 10 Minen noch bei dir; oder stelle eine Rechnung an: 30 Minen habe ich für deinen Kopf gegeben

Philematium: Warum hältst du mir das vor?

Philolaches: Werfe ich dir das vor, der ich wünsche, mir selbst dies vorzuwerfen? Schon lange habe ich kein Geld so gut angelegt.

Philematium: Sicherlich konnte ich, weil ich dich liebe, mich nirgendwo besser bemühen.

Philolaches: Also stimmt die Berechnung des eingenommenen und ausgegebenen zwischen uns wohl überein. Du liebst mich und ich liebe dich; jeder von uns beiden glaubt, dass das zu Recht geschieht. Diejenigen, die sich darüber freuen, sollen sich auf ewig über ihr Glück freuen; Von denjenigen, die neidisch sind, soll künftig niemals irgendeiner neidisch sein auf deren Vorteile.

Philematium: Wohl an, lege dich also hin. (Zum Sklaven) Gib das Wasser für unsere Hände her, Junge, und stelle den kleinen Tisch hier hin. Sieh, wo die Würfel sind! (Zu Philolaches) Willst du Salben?

Philolaches: Warum braucht man das? Ich liege mit Myrrhenparfüm zu Tisch. (man hört laute Geräusche, er sieht Callidamates und Delphium kommen) Aber ist das nicht mein Freund, der hierher mit seiner Freundin kommt? Er ist es! Callidamates kommt mit seiner Freundin her. Gut so, mein Auge! Siehe da, die Kriegsgefährdeten kommen zusammen: Sie verlangen als Teilhaber ihre Beute.

Autor: Raybez