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Mostellaria Szene 1.3 - Z 157-185

Philematium: Schon lange beim Castor, hat kein kaltes Bad mir mehr Vergnügen bereitet und wie ich glaube, meine Scapha, war ich auch nicht sauberer.

Scapha: Alle Dinge haben einen guten Ausgang, wie auch die diesjährige Ernte groß war.

Philematium: Was hat denn die Ernte mit meinem Bad zu tun?

Scapha: Nicht mehr, als dein Bad mit der Ernte.

Philolaches: (für sich, zum Publikum gewendet) Oh Venus voller Schönheit! Dieses ist jener Sturm in mir, der jede Mäßigung von mir nahm, die mich bedeckt hat, welchen mir Amor und Cupido ins Herz haben regnen lassen, und ich kann mich nie mehr damit bedecken. Durchnässt sind nun schon die Wände in meinem Herzen, das ganze Haus ist verloren.

Philematium: Schau mich bitte an, liebe Scapha, ob mich dieses Kleid genügend schmückt. Gefallen möchte ich gerne meinem Augenstern und Schutzpatron, dem Philolaches.

Scapha: Wozu schmückst du dich, da du durch deine liebenswürdigen Manieren doch schon liebenswürdig bist? Nicht das Kleid einer Frau lieben die Liebenden, sondern das, was in dem Kleid steckt.

Philolaches: (für sich) So sollen mich die Götter lieben! Scapha ist liebenswürdig; das Luder weiß Bescheid! Wie geistreich sie alle Sitten und Gedanken der Verliebten erfasst!

Philematium: Und Jetzt?

Scapha: Was ist?

Philematium: Du sollst mich anschauen und betrachten, wie das Kleid mir steht!

Scapha: Dank deiner Schönheit steht dir alles was du anhast!

Philolaches: (für sich) Für diesen Spruch bekommst du, Scapha, heute gewiss etwas geschenkt von mir; Ich will es nicht zulassen, dass du die, die mir gefällt umsonst gepriesen hast.

Philematium: Deine Schmeicheleien will ich nicht!

Scapha: Du bist doch wirklich ein allzu dumme Frau! Willst du lieber zu Unrecht getadelt, als zu Recht gelobt werden? Ich jedenfalls werde viel lieber zu Unrecht gelobt, beim Pollux, als zu Recht getadelt oder wegen meines Aussehens von anderen verspottet!

Philematium: Ich liebe die Wahrheit; ich will, dass man mir die Wahrheit sagt; ich hasse Lügen.

Scapha: So mögest du mich lieben, so möge dich Philolaches lieben, wie du voll Schönheit bist…

Philolaches: (für sich) Was sagst du, Verbrecherin? Wie hast du geschworen: „So möge ich sie lieben“? Warum war das „sie mich“ nicht hinzugefügt? Die Geschenke mache ich ungeschehen. Mit dir ist es aus: Du hast es dir verdorben, was ich dir als Geschenk versprochen hatte.

Autor: Raybez