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Fabulae - 2, 07 (Muli duo et vectores)

Lateinisches Original:
Muli Duo et Latrones

Muli gravati sarcinis ibant duo:
unus ferebat fiscos cum pecunia,
alter tumentis multo saccos hordeo.
ille onere dives celsa cervice eminens,
clarumque collo iactans tintinabulum;
comes quieto sequitur et placido gradu.
subito latrones ex insidiis advolant,
interque caedem ferro ditem sauciant:
diripiunt nummos, neglegunt vile hordeum.
spoliatus igitur casus cum fleret suos,
'Equidem' inquit alter 'me contemptum gaudeo;
nam nil amisi, nec sum laesus vulnere'.

Hoc argumento tuta est hominum tenuitas,
magnae periclo sunt opes obnoxiae.


Deutsche Übersetzung:
Zwei Maultiere liefen einher, beladen mit Lasten. Das eine trug Körbe mit Geld, das andere Säcke, voll beladen mit viel Gerste. Jenes, reich durch seine Last, ragt mit hoch erhobenem Nacken empor (=stolziert erhobenen Hauptes) und wirft an seinem Hals ein hell tönendes Glöckchen hin und her; sein Begleiter folgt (ihm) mit leisem und stillem Schritt. Plötzlich stürmen die Räuber aus dem Hinterhalt hervor und verletzen durch das Dreinschlagen mit einer Waffe das eine Maultier, stehlen die Münzen und ignorieren die wertlose Gerste. Als das beraubte Maultier demnach seine Lage beweinte, sagte das andere: „Jetzt freilich freue ich mich, dass ich unbeachtet geblieben bin, denn ich habe nichts verloren und bin nicht verletzt und verwundet worden.

Gemäß dieser Geschichte ist die Armut der Menschen etwas Sicheres, große Reichtümer (aber) sind der Gefahr ausgesetzt.

Autor: Raphael Safta