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Cena Trimalchionis - Kapitel 40


"Bravo", riefen wir alle, und mit zur Decke empor gestreckten Händen schwören wir, dass man jene Menschen nicht mit Hipparchus und Aratus vergleichen dürfe, bis dann die Diener kamen und Decken über den Liegen ausbreiteten, auf denen Netze und Jäger mit Jagdspießen und das ganze Zeug einer Jagd gemalt waren. Und wir wussten noch nicht, was wir zu erwarten hatten, als plötzlich außerhalb des Speisezimmers ein gewaltiges Geschrei aufkam, und sieh an, auch laconischen Hunde fingen an um den Tisch herum zu laufen. Diesen folgte ein Tafelaufsatz, worauf ein Wildschwein von bedeutender Größe gesetzt war, und zwar mit einer Filzkappe bedeckt, von dessen Zähnen zwei Speisekörbchen herunter hingen, die mit Palmenblättern verflochten waren, eines mit syrischen und eines mit ägyptischen Datteln gefüllt. Ringsum aber gaben kleinere Ferkel, die aus hartem Kuchen gemacht worden waren, zu erkennen, dass die Muttersau hier lag, als ob sie sich zu den Zitzen hinneigen würden. Und diese waren freilich Geschenke zum Mitnehmen. Um das Wildschwein zu zerschneiden trat übrigens nicht der Vorschneider, der die Mastflügel zerteilt hatte, sondern ein bärtiger Riese heran, der mit Schienbeinruten umbunden und mit einem gewebten Obergewand geschmückt war. Und nachdem er sein Jagdmesser gezückt hatte, stieß er es heftig in eine Seite des Wildschweins. Aus dieser Wunde flogen Drosseln heraus. Vogelfänger standen mit ihren Ruten bereit und fingen diese im Nu, obwohl sie im Speisezimmer umher flogen. Als Trimalchio dann befohlen hatte jedem den Seinen zu bringen, fügte er hinzu: "Seht auch, was für eine leckere Eichel jenes wild lebende Schwein verzehrt hat!" Sofort traten die Knaben an die Speisekörbchen heran, welche von den Zähnen herunter hingen, und verteilten die syrischen und ägyptischen Datteln in gleicher Zahl an die Speisenden.

Autor: gandalf