Latein24.de

Cena Trimalchionis - Kapitel 37


Ich konnte nichts mehr kosten, aber zu ihm hingewandt, um möglichst viel zu hören, hab ich angefangen die Geschichten weitläufig zu erläutern und hab mich erkundigt, wer jene Frau wäre, die hier und da herumläuft. „Sie ist Trimalchios Gattin, ihr Name ist Fortunata. Sie zählt die Münzen mit dem Scheffel. Und eben, was war sie eben noch? Dein Schutzgeist wird mir verzeihen, du hättest das Brot nicht aus der Hand von jener annehmen wollen. Nun ist sie, Gott weiß, wie und warum, in den Himmel aufgestiegen und Trimalchios Ein und Alles. Kurz und gut, wenn sie jenem am helllichten Tag sagen würde, dass es Nacht sei, würde er es glauben. Er selbst weiß nicht, was er hat, so reich ist er; aber dieses raffinierte Luder sieht alles voraus, auch wo man es nicht glauben könnte. Sie ist nüchtern, besonnen und voll von guten Ratschlägen – nach dem vielen Gold zu urteilen, das man sieht –, dennoch hat sie eine böse Zunge und sie ist eine Klatschbase. Einen, den sie liebt, liebt sie; einen, den sie nicht liebt, liebt sie nicht. Trimalchio selbst hat Grund und Boden, soweit die Habichte fliegen, Geld über Geld. In der Zelle jenes Türhüters liegt mehr Silber als irgendjemand in seinem Besitz hat. Aber das Gesinde, alle Achtung, beim Herkules ich glaube, dass es gerade mal ein Zehntel ist, die ihren Herr kennen. Kurz und gut, er wird jeden beliebigen von diesen Schmeichlern in die Tasche stecken.

Autor: gandalf