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Cena Trimalchionis - 41, 1-8

Inzwischen habe ich, der ich ganz in Gedanken versunken war, mir den Kopf zerbrochen, weshalb ein Wildschwein mit einer Filzmütze eingetreten war. Nachdem ich deshalb alle dummen Gedanken gebraucht hatte, habe ich hartnäckig meinen Gewährsmann gefragt, um eine Schlussfolgerung zu ziehen, was mich beunruhigte. Und dazu sagte jener: „Dies kann dir dein gehorsamer Diener auch klar ankündigen; es ist nämlich kein Rätsel sondern eine offene Sache. Dieses Wildschwein, als es gestern als Hauptgericht für diesen in Anspruch genommen werden sollte, ist von den Gästen freigelassen worden; deshalb kommt er heute sozusagen als Freigelassener zum Gastmahl zurück.“
Ich habe meine Begriffsstutzigkeit verurteilt und nichts weiter nachgefragt, damit ich nicht scheine, niemals unter Ehrenleuten gespeist zu haben. Während wir dies bereden, hat ein auffallend schöner, mit Weinreben und Efeu bekränzter Junge, der bald Bromius, zuweilen Lyaeus und Euhius pantomimisch dargestellt hat, mit einem geflochtenen Körbchen Weintrauben herumgetragen und mit sehr heller Stimme seinem Herren ein Gedicht vorgetragen. Trimalchio, der sich zu diesem Gesang umgedreht hat, sagte: „Dionysos, du sollst frei sein.“ Der Junge hat die Freiheitsmütze vom Wildschwein heruntergezogen und sie auf sein Kopfchen hinaufgesetzt. Dann hat Trimalchio nochmals hinzugefügt: „Ihr werdet nicht verneinen“, sagte er, „dass ich einen freien Vater habe.“ Wir haben das Gesprochene des Trimalchio gelobt und übersäen den herumgehenden Jungen gründlich mit Küssen.

Autor: yua_chi