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Metamorphosen - 11, 157-171

Auf seinem Berg ließ der greise Richter sich nieder, die Ohren von Bäumen befreit; nur die Eiche umgürtet sein blaugrünes Haar und rings um die vertieften Schläfen hängen Eicheln. Und er sprach, den Gott des VIehs betrachtend: "Der Richtende, Säumet euch nicht". Und jemer bläst die ländlichen Flöten und voll Entzückung vernahm der gerade anwesende Midas das barbarische Spiel, darauf wandte sein heiliges Antlitz Tmolos gegen Apollo: Sein Wald ist dem Gesicht gefolgt.
Jener, das goldene Haupt von parnassischem Lorbeer umwunden, schleift am Grund das Gewand von tyrischer Farbe gesättigt, und sein Instrument voll Elfenbein und Edelsteinen hält er in der linken Hand und in der anderen das Plektrum; nun nahm er selbst kunstfertig Stellung. Dann rührte er mit dem Daumen geschickt die Saiten, von dem süßen Klang bewegt befieht Tmolos, dass die Rohrpfeifen sich der Kithara unterzuorden habe.

Autor: wahnsinn