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Metamorphosen - 10, 243-278 (Pygmalion)


Weil Pygmalion sie gesehen hatte, wie sie ihr Leben schändlich verbrachten, war er abgestoßen von ihren Fehlern, die die Natur den Frauen in recher Zahl gab, und lebte (daher) unvermählt ohne Frau und hatte auch schon lange keine Geliebte. Inzwischen bearbeitete er schneeweißen Elfenbein mit wunderbarer Kunst und gab ihm eine Form, wie sie keine (menschliche) Frau besitzen kann, und verliebte sich in sein Werk. Das Gesicht ist wirklich eines einer jungen Frau, von der man glauben könnte, dass sie lebt und, wenn die Schüchternheit nicht im Wege stünde, sich bewegen wolle. Seine Kunstfertigkeit war in seiner Kunst so sehr verborgen. Pygmalion bewunderte sie und er fing Feuer zu dem von ihm geschaffenem Körper. Oft legte er Hand an sein Werk um zu prüfen, ob es ein wirklicher Körper ist oder nur jenes Elfenbein und er muss zu geben, dass das Elfenbein auch jetzt noch nicht ein Körper ist. Er küsst die Statue und glaubst, dass sie (die Küsse) erwiedert werden, er spricht mit ihr, er umarmt sie, und glaubt, dass sich die Finger in den berührten Gliedern eindrücken und fürchtet, dass sich ein blauer Fleck bildet an den berührten Stellen, und bald war er zärtlich mit ihr, bald brachte er dem Mädchen angenehme Geschenke: Perlen, geschliffene Steine, kleine Vögel, bunte Blumen, Lillien, bemalte Bälle und die von den Bäumen herabgetropften Tränen der Heliaden. Er schmückte auch die Glieder mit Kleidern, er gab den Fingern Ringe und gab dem Hals lange Halsketten. Es hingen ihr von den Ohren zarte Perlen und es hingen ihr Halsbänder von der Brust: alle diese Schmuckstücke standen ihr gut - und nackt war sie nicht weniger schön. Er legte dort auch Decken hin, die mit Purpur aus Sido und er nannte sie Gefährtin seines Lagers und legte den Hals in die weichen Kissen zurück, wie wenn er es fühlen könnte. Es war der Festtag der Venus gekommen, sehr gefeiert in ganz Zypern, und er waren hereingeführt worden Opfertiere mit vergoldeten Hörnern und getroffen vom Opferbeil am weißen Nacken waren sie hingestürzt, der Weihrauch qualmte und als er sein Opfer gebracht hatte, trat er an den Altar und sagte ängstlich: "Wenn ihr Götter alles geben könnt, dann möge" Pygmalion wagte es nicht zu sagen "das Mädchen aus Elfenbein ähnlich meiner Ehefrau sein!" Sie merkte es, da sie ja selbst bei ihrem Fest anwesend war, was jene Wünsche bedeuten sollten, und sie ließ - als Zeichen ihres wohlgesinnten WIllens- die Flamme dreimal auflodern und die Flamme stieg spitz empor in dide Luft.

Autor: ViLa