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Metamorphosen - 10, 001-039

Lateinisches Original:
Inde per inmensum croceo velatus amictu
aethera digreditur Ciconumque Hymenaeus ad oras
tendit et Orphea nequiquam voce vocatur.
adfuit ille quidem, sed nec sollemnia verba
nec laetos vultus nec felix attulit omen.
fax quoque, quam tenuit, lacrimoso stridula fumo
usque fuit nullosque invenit motibus ignes.
exitus auspicio gravior: nam nupta per herbas
dum nova naiadum turba comitata vagatur,
occidit in talum serpentis dente recepto.
quam satis ad superas postquam Rhodopeius auras
deflevit vates, ne non temptaret et umbras,
ad Styga Taenaria est ausus descendere porta
perque leves populos simulacraque functa sepulcro
Persephonen adiit inamoenaque regna tenentem
umbrarum dominum pulsisque ad carmina nervis
sic ait: 'o positi sub terra numina mundi,
in quem reccidimus, quicquid mortale creamur,
si licet et falsi positis ambagibus oris
vera loqui sinitis, non huc, ut opaca viderem
Tartara, descendi, nec uti villosa colubris
terna Medusaei vincirem guttura monstri:
causa viae est coniunx, in quam calcata venenum
vipera diffudit crescentesque abstulit annos.
posse pati volui nec me temptasse negabo:
vicit Amor. supera deus hic bene notus in ora est;
an sit et hic, dubito: sed et hic tamen auguror esse,
famaque si veteris non est mentita rapinae,
vos quoque iunxit Amor. per ego haec loca plena timoris,
per Chaos hoc ingens vastique silentia regni,
Eurydices, oro, properata retexite fata.
omnia debemur vobis, paulumque morati
serius aut citius sedem properamus ad unam.
tendimus huc omnes, haec est domus ultima, vosque
humani generis longissima regna tenetis.
haec quoque, cum iustos matura peregerit annos,
iuris erit vestri: pro munere poscimus usum;
quodsi fata negant veniam pro coniuge, certum est
nolle redire mihi: leto gaudete duorum.'

Deutsche Übersetzung:
Durch den gewaltigen Himmelsraum ging Hymenaeus, in ein safrangelbes Gewand verhüllt, herab und ging zur Küste der Zykonen und wurde durch Orpheus' Stimme vergeblich gerufen. Zwar war jener da, aber brachte weder feierliche Worte noch eine heitere Miene noch ein glückliches Zeichen. Auch die Hochzeitsfackel, die er hielt, war zischend, immer von tränenreichem Rauch und sie fand kein Feuer in der Bewegung. Denn die junge Braut sank, als sie durch die Wiese spazierte, von einer Nymphenschar begleitet, nachdem sie in den Knöchel von einer Schlange gebissen wurde, zu Boden. Nachdem der Sänger der Rhodopen diese in der Oberwelt genug beweint hat, um es auch in der Unterwelt zu versuchen, wagte er es, zur Unterwelt hinunter zu steigen durch die taenarische Pforte. Und durch die leichten Körper und Schattenbilder der Begrabenen wandte er sich an Persephone und zu dem Herrscher, der die traurige Herrschaft über die Schatten hält. Während er die Saiten zum Lied schlug, sagte er: "Oh, ihr Götter der Unterwelt, in die wir alle zurückkehren, aus welcher wir alle sterblich erschaffen wurden. Wenn es erlaubt ist, und wenn ihr es zulasst, nachdem die Umschweife eines falschen Mundes ausgelassen, dass ich die Wahrheit spreche. Ich bin hierher herabgestiegen, nicht um den dunklen Tatarus zu sehen und auch nicht um die drei Köpfe von Schlangen umringt, des medusischen Monsters zu fesseln. Der Grund meines Weges ist die Ehefrau und in die die getretene Schlange Gift gebracht hat und so das wachsende Leben nahm. Ich wollte, ich könnte es ertragen und will auch nicht leugnen es versucht zu haben. Es siegte Amor (die Liebe)! In der Oberwelt ist dieser Gott gut bekannt. Ob er auch euch hier bekannt ist, bezweifle ich, aber dennoch vermute ich, dass er auch hier bekannt ist und wenn auch die Kunde des alten Raubes nicht erlogen ist, dann hat Amor auch euch verbunden. In dieser Gegend voll Angst, bei diesem unglaublichen leeren Chaos und der Stille des großen Reiches, bitte ich, den frühzeitigen Tod der Eurydice rückgängig zu machen (Trennt auf das übereilte Schicksal der Eurydice). Alles gehört euch und wenn wir, nachdem wir nur kurz verweilt haben, eilen wir früher oder später zu diesem einen Sitz zurück. Hierhin gehen wir alle, dies ist das letzte Haus und ihr bewahrt die längste Herrschaft über das Menschengeschlecht. Auch sie wird unter eurem Recht stehen, wenn sie zuvor als reife Frau, die ihr zustehenden Jahre gelebt hat: Ich fordere als Geschenk den Gebrauch des Lebens. Wenn aber das Schicksal die Gnade verweigert für die Gattin, dann ist für mich sicher, dass ich nicht zurückkehren will. Dann freut euch über den Tod von Zweien.

Autor: anonym