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Amores - 3, 09 (Nachruf / Tibull)

Wenn die Mutter den Memnon, die Mutter den Achill beweint hat,
und traurige Schicksalsschläge große Göttinnen berühren,
löse klagend die unwürdigen Haare, Elegie!
Ach, allzu sehr der Wahrheit entsprechend wird dir nun der Name sein!
Jener Dichter deines Werkes, Tibull, dein guter Ruf, brennt
auf dem aufgeschichteten Scheiterhaufen als leerer Körper.
Siehe, der Junge der Venus trägt den Köcher umgekehrt und
Die Bögen sind gebrochen und ohne Feuer die Fackel;
Schau her, wie er mit herabgelassenen Flügeln kläglich
geht und mit angreifender Hand die offene Brust schlägt.
Die über den Hals ausgebreiteten Haare nehmen die Tränen auf,
und sein Mund erklingt mit erschütterndem Schluchzen.
So sagt man, sei jener bei der Bestattung seines Bruders Aeneas
Aus deinem Haus gegangen, schöner Iulus;
Nicht weniger verwirrt ist Venus beim Anblick des toten Tibulls,
als damals, als der wilde Eber die Lende dem Jüngling brach.
Aber heilige Dichter und die Sorge der Götter wollen wir genannt werden.
Es gibt auch welche, die da glauben, wir hätten göttliche Macht.
Natürlich entweiht der brutale Tod jedes Heiligtum,
jener wirft allen seine dunklen Hände über.
Was nützte der Vater dem Ismarius, was die Mutter dem Orpheus?
Was, dass die wilden Tiere durch das Lied stille standen?
Und man sagt, dass derselbe Vater den Linon mit „Aelinon!“ in den hohen Wäldern
besungen habe, wobei die Lyra nicht gern mitmachte.
Füge den Homer hinzu, von dem wie von einer ewigen Quelle
Die Münder der Dichter von den Musischen Wassern benetzt werden –
Auch diesen tauchte der letzte Tag in den schwarzen Averner.
Die Lieder allein meiden die gierigen Scheiterhaufen.
Sie verweilen, als Werk des Dichters, der Ruf des trojanischen Werkes
Und die langsamen durch nächtliche List wiederaufgelösten Webarneiten.
So werden Nemesis, so Delia einen Namen haben,
die eine als frische Sorge, die andere als eine erste Liebe.
Was nützen Euch heilige Dinge? Was nützen nun Ägyptische Klappern?
Was sich auf ein leeres Bett sich legen?
Wenn übles Schicksal die Guten wegraubt – verzieht dem, der es sagt! –
Dann tröste ich mich, indem ich nicht glaube, dass es Götter gibt.
Lebe fromm – du stirbst; fromm verehre die Heiligtümer – den frommen
Zeiht ein schwerer Tod von den Tempeln in die hohlen Gräber.
Vertrau den guten Liedern – es liegt, siehe, Tibull:
Kaum bleibt vom ganzen, was eine kleine Urne fasst!
Haben denn dich, heiliger Dichter, die Flammen des Scheiterhaufens geraubt
Und fürchteten sie denn nicht sich an deiner Brust zu weiden?
Goldene Tempel hättenbrennen gekonnt, die eine so große Schande hingenommen haben!
Das Gesicht wendet sich ab, welche die Burgen des Eryx besitzt.
Es gibt auch welche, die behaupten, ihre Tränen nicht bei sich halten zu können.

Aber das ist trotzdem besser, als wenn die Phaeakische Erde den unbekannten
Unter wertlosen Boden gelegt hätte.
darauf drückte sicherlich die Mutter die feuchten Augendes verstorbenen zu und gab zu der Asche die letzten Geschenke.
Darauf kam und teilte die Schwester den Schmerz mit der elenden Mutter, gelöst die ungeordneten Haare,
und mit deinen verbanden sich ihre Küsse und Nemesis und die Vorgängerin ließen nicht von den einzelnen Scheiterhaufen ab.
Delia sagte im Weggehen: „Ich bin von dir glücklicher geliebt worden; du hast gelebt,
solange ich dein Feuer war.“
Dieser sagt Nemesis „was gereichen meine Verluste dir zum Schmerz? Mich hielt der Sterbende mit schwächer werdender Hand.“
Wenn trotzdem von uns irgendetwas neben dem Namen und dem Schatten bleibt, wird Tibull
In den elysischen Tal sein.
Diesem magst du entgegenlaufen, die jugendlichen Schläfen mit Efeu umkränzt zusammen mit deinem Calvus, Catull;
Wenn der Vorwurf gegen den geächtete Freund falsch ist, auch du, Gallus, Verschwender deines Blutes und deiner Seele.
Diesen als Begleiter ist dein Schatten; Wenn es nur irgendeinen Schatten des Körpers gibt, hast du die frommen Zahlen vergrößert, gebildeter Tibull.
Ruhige Gebeine, bitte, ruhet in geschützter Urne,
und möge die Erde deiner Asche nicht schwer sein!

Autor: jauchi