Latein24.de

Amores - 2, 05

Lateinisches Original:
Nullus amor tanti est—abeas, pharetrate Cupido!—
ut mihi sint totiens maxima vota mori.
vota mori mea sunt, cum te peccasse recordor,
o mihi perpetuum nata puella malum!
Non male deletae nudant tua facta tabellae,
nec data furtive munera crimen habent.
o utinam arguerem sic, ut non vincere possem!
me miserum! quare tam bona causa mea est?
felix, qui quod amat defendere fortiter audet,
cui sua 'non feci!' dicere amica potest.
ferreus est nimiumque suo favet ille dolori,
cui petitur victa palma cruenta rea.
Ipse miser vidi, cum me dormire putares,
sobrius adposito crimina vestra mero.
multa supercilio vidi vibrante loquentes;
nutibus in vestris pars bona vocis erat.
non oculi tacuere tui, conscriptaque vino
mensa, nec in digitis littera nulla fuit.
sermonem agnovi, quod non videatur, agentem
verbaque pro certis iussa valere notis.
iamque frequens ierat mensa conviva relicta;
conpositi iuvenes unus et alter erant.
inproba tum vero iungentes oscula vidi—
illa mihi lingua nexa fuisse liquet—
qualia non fratri tulerit germana severo,
sed tulerit cupido mollis amica viro;
qualia credibile est non Phoebo ferre Dianam,
sed Venerem Marti saepe tulisse suo.
'Quid facis?' exclamo, 'quo nunc mea gaudia differs?
iniciam dominas in mea iura manus!
haec tibi sunt mecum, mihi sunt communia tecum—
in bona cur quisquam tertius ista venit?'
Haec ego, quaeque dolor linguae dictavit; at illi
conscia purpureus venit in ora pudor,
quale coloratum Tithoni coniuge caelum
subrubet, aut sponso visa puella novo;
quale rosae fulgent inter sua lilia mixtae,
aut ubi cantatis Luna laborat equis,
aut quod, ne longis flavescere possit ab annis,
Maeonis Assyrium femina tinxit ebur.
hic erat aut alicui color ille simillimus horum,
et numquam visu pulchrior illa fuit.
spectabat terram—terram spectare decebat;
maesta erat in vultu—maesta decenter erat.
sicut erant, et erant culti, laniare capillos
et fuit in teneras impetus ire genas—
Ut faciem vidi, fortes cecidere lacerti;
defensa est armis nostra puella suis.
qui modo saevus eram, supplex ultroque rogavi,
oscula ne nobis deteriora daret.
risit et ex animo dedit optima—qualia possent
excutere irato tela trisulca Iovi;
torqueor infelix, ne tam bona senserit alter,
et volo non ex hac illa fuisse nota.
haec quoque, quam docui, multo meliora fuerunt,
et quiddam visa est addidicisse novi.
quod nimium placuere, malum est, quod tota labellis
lingua tua est nostris, nostra recepta tuis.
nec tamen hoc unum doleo—non oscula tantum
iuncta queror, quamvis haec quoque iuncta queror;
illa nisi in lecto nusquam potuere doceri.
nescio quis pretium grande magister habet.

Deutsche Übersetzung
Keine Liebe ist es Wert – geh weg Köchertragender Amor – dass ich sooft große Wünsche habe, zu streben. Meine Wünsche sind zu sterben, wenn ich mich erinnere, dass du mich betrogen hast. Oh mir ist als ewiges Übel ein Mädchen geboren! Nicht abgefangene Wachstafeln enthüllen mir deine Taten und oh wenn ich sie doch so beschuldigen würde, dass ich nicht siegen könnte. Ich armseliger! Weshalb denn ist mein Grund gut? Glücklich ist der, der es tapfer wagt, das, was er liebt, zu verteidigen. Dem kann seine Freundin sagen: „Ich habe es nicht gemacht“. Jener ist aus Eisen und begehrt allzu sehr seinen Schmerz, von dem ein blutiger Sieg erstrebt wird, nachdem die angeklagte besiegt worden ist. Ich armer sah selbst, als du glaubtest, dass ich schlief, nüchtern eure Verbrechen, nachdem unverdünnter Wein gereicht wurde: Ich sah euch mit der zuckenden Augenbraue sprechen. Der gute Teil der Stimme war in euerm Nicken. Deine Augen haben nicht geschwiegen und der mit Wein beschriebene Tisch und immer war ein Buchstabe in den Fingern. Euer Gespräch habe ich wahrgenommen, dass es sich um etwas anderes drehte, als es den Anschein hatte, und die Worte in einer vereinbarten Geheimsprache. Und schon waren zahlreiche Gäste gegangen, nachdem sie den Tisch verlassen hatten. Der eine und der andere junge Mann waren auf dem Sofa niedergestreckt. Dann aber habe ich scharmlos ausgetauschte Küsse gesehen. Mir ist klar, dass jene Küsse mit der Zunge verbunden sind. So beschaffene Küsse, die die Schwester nicht dem Bruder gegeben hat, sondern, wie die zärtliche Freundin dem begierigen Mann gegeben hat. Auf diese Weise küsste Diana, das Symbol der Keuschheit, nicht ihren Bruder Apollo, sondern Venus, das Symbol der sinnlichen Liebe, ihren Liebhaber Mars. „Was machst du?“, ruf ich aus, „Wohin trägst du nun meine Freundin? Ich werde die Hände, die mir gebieten, auf meine Rechte legen! Diese Rechte habe ich zusammen mit dir, mir sind sie gemeinsam mit dir. Warum kommt irgendein Dritter in diesen Genuss?“ Dieses schreie ich aus und das, was der Schmerz der Zunge diktiert hat. Aber jenem kam Schamesröte in das schuldbewusste Gesicht. Wie der Himmel gefärbt durch die Gattin des Tithonus rötlich ist, oder ein von einem neuen Bräutigam gesehenes Märchen. So wie die vermischten Posen zwischen den Lilien glänzen oder sobald der Mond an den verzauberten Pferden leiden, oder wie dieses Indische Elfenbein, das eine lybische Frau geträumt hat, damit es nicht durch die langen Jahre gelb wird. Jene Farbe war diesem Farbton oder irgendeiner Farbe sehr ähnlich aber jene war niemals durch Zufall schöner. Sie betrachtete die Erde: es zierte sie, dass sie die Erde betrachte. Sie war in ihrer Miene traurig. Die traurige Miene war passend. So wie sie waren, und sie waren gepflegt, war mir der Jähzorn, gegen sie vorzugehen und die zarten Wangen zu zerkratzen. Sobald ich das Gesicht sah, fielen die starken Arme, mein Mädchen hat sich mit ihren Waffen verteidigt. Der ich eben noch wütend war, ich bitte demütig aus freien Stücken, dass sie mir nicht weniger gute Küsse gibt. Sie lacht aus der Seele und gab beste Küsse, wie sie dem zornigen Jupiter die Blitze aus der Hand schlagen könnten. Ich werde unglücklich gequält, dass der andere so gute Küsse gespürt hat und ich will nicht, dass die Küsse von dieser Qualität sind.

Autor: powermichel58