Latein24.de

Amores - 1, 13

Lateinisches Original:
Iam super oceanum venit a seniore marito
flava pruinoso quae vehit axe diem.
'Quo properas, Aurora? mane!—sic Memnonis umbris
annua sollemni caede parentet avis!
nunc iuvat in teneris dominae iacuisse lacertis;
si quando, lateri nunc bene iuncta meo est.
nunc etiam somni pingues et frigidus aer,
et liquidum tenui gutture cantat avis.
quo properas, ingrata viris, ingrata puellis?
roscida purpurea supprime lora manu!
Ante tuos ortus melius sua sidera servat
navita nec media nescius errat aqua;
te surgit quamvis lassus veniente viator,
et miles saevas aptat ad arma manus.
prima bidente vides oneratos arva colentes;
prima vocas tardos sub iuga panda boves.
tu pueros somno fraudas tradisque magistris,
ut subeant tenerae verbera saeva manus;
atque eadem sponsum incautos ante atria mittis,
unius ut verbi grandia damna ferant.
nec tu consulto, nec tu iucunda diserto;
cogitur ad lites surgere uterque novas.
tu, cum feminei possint cessare labores,
lanificam revocas ad sua pensa manum.
Omnia perpeterer—sed surgere mane puellas,
quis nisi cui non est ulla puella ferat?
optavi quotiens, ne nox tibi cedere vellet,
ne fugerent vultus sidera mota tuos!
optavi quotiens, aut ventus frangeret axem,
aut caderet spissa nube retentus equus!
[quid, si Cephalio numquam flagraret amore?
an putat ignotam nequitiam esse suam?
invida, quo properas? quod erat tibi filius ater,
materni fuerat pectoris ille color.
Tithono vellem de te narrare liceret;
fabula non caelo turpior ulla foret.
illum dum refugis, longo quia grandior aevo,
surgis ad invisas a sene mane rotas.
at si, quem mavis, Cephalum conplexa teneres,
clamares: "lente currite, noctis equi!"
Cur ego plectar amans, si vir tibi marcet ab annis?
num me nupsisti conciliante seni?
adspice, quot somnos iuveni donarit amato
Luna!—neque illius forma secunda tuae.
ipse deum genitor, ne te tam saepe videret,
commisit noctes in sua vota duas.'
Iurgia finieram. scires audisse: rubebat—
nec tamen adsueto tardius orta dies!

Deutsche Übersetzung:
Schon kommt über den Ozean von ihrem alten Mann die Blonde, die mit reifbedecktem Wagen den Tag bringt. Wohin eilst du, Aurora? Bleib doch: So soll dem Schatten des Memnon jährlich ein Vogel ein Totenopfer darbringen durch einen feierlichen Mord. Jetzt gefällt es in den zarten Armen der Geliebten zu liegen; wenn einmal, dann presst sie sich jetzt gut an meine Seite. Nun ist auch der Schlaf behaglich und die Luft kühl, heiter singt mit sanfter Kehle ein Vogel. Wohin eilst du, unangenehm für die Männer, unangenehm für die Mädchen. Halte mit der Hand die purpurnen taufeuchten Zügel zurück. Vor deinem Aufgang beobachtet der Seemann besser die Gestirne und irrt nicht unwissend mitten durch das Wasser. Sobald du kommst, steht der Wanderer auf, obwohl er müde ist, und der Soldat rüstet seine wilden Hände bei den Waffen auf. Du siehst als Erste die Beladenen mit der Erdhacke die Äcker pflügen du rufst als erste die langsamen Ochsen unter das gekrümmte Joch du betrügst die Knaben um den Schlaf und übergibst sie den Lehrern, dass ihre zarten Hände grausame Schläge ertragen. Und du schickst die schön gekleideten in Bürgschaft vor dieselben Atrien, dass sie wegen eines Wortes großen Schaden ertragen. Weder bist du dem Rechtsgelehrten noch dem Redner angenehm, jeder von beiden wird gezwungen, zu neuen Prozessen aufzustehen. Du, obwohl die Frauenarbeit rasten könnte, rufst die spinnende Hand zurück an ihre Aufgabe. Alles würde ich aushalten, aber nicht, dass in der Früh die Mädchen aufstehen. Wer kann das ertragen, außer einer, der kein Mädchen hat? Wie oft habe ich gewünscht, dass dir die Nacht nicht weichen wolle, dass nicht die Gestirne bewegt werden und vor deinem Angesicht fliehen. Wie oft habe ich gewünscht, der Wind solle entweder die Achse brechen oder ein Pferd möge stürzen, zurückgehalten von einer dichten Wolke. Eifersüchtige, wohin eilst du? Weil du einen schwarzen Sohn hattest, war jene die Farbe deines mütterlichen Herzens gewesen. Ich wollte es wäre erlaubt, Tithonus von dir zu erzählen: nicht irgendeine Frau im Himmel wäre geächteter. Während du vor ihm fliehst, weil er von allzu hohem Alter ist, stehst du in der Früh vom Mann auf, auf den verhassten Wagen hinauf; Aber wenn du in den Händen umarmt irgendeinen Cephalus halten würdest, würdest du rufen „Lauft langsam, Rosse der Nacht!“ Warum soll ich Liebender bestraft werden, wenn du einen Mann, der kraftlos wegen seines Alter ist, hast? Heiratetest etwa du, weil ich dich verkuppelt habe, einen Greis? Schau, wie viele Nächte schenkte Luna dem geliebten Jüngling, und deren Schönheit steht deiner in nichts nach. Selbst der Vater der Götter, damit er dich nicht so oft sieht, zwei Nächte zu vereinigen für dein Verlangen. Ich hatte den Streit beendet. Du hättest glauben können, sie hatte es gehört: sie errötete, jedoch begann der Tag nicht später als gewöhnlich.

Autor: Galathea (Forum)