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Amores - 1, 08

Lateinisches Original:
Est quaedam—quicumque volet cognoscere lenam,
audiat!—est quaedam nomine Dipsas anus.
ex re nomen habet—nigri non illa parentem
Memnonis in roseis sobria vidit equis.
illa magas artes Aeaeaque carmina novit
inque caput liquidas arte recurvat aquas;
scit bene, quid gramen, quid torto concita rhombo
licia, quid valeat virus amantis equae.
cum voluit, toto glomerantur nubila caelo;
cum voluit, puro fulget in orbe dies.
sanguine, siqua fides, stillantia sidera vidi;
purpureus Lunae sanguine vultus erat.
hanc ego nocturnas versam volitare per umbras
suspicor et pluma corpus anile tegi.
suspicor, et fama est. oculis quoque pupula duplex
fulminat, et gemino lumen ab orbe venit.
evocat antiquis proavos atavosque sepulcris
et solidam longo carmine findit humum.
Haec sibi proposuit thalamos temerare pudicos;
nec tamen eloquio lingua nocente caret.
fors me sermoni testem dedit; illa monebat
talia—me duplices occuluere fores:
'scis here te, mea lux, iuveni placuisse beato?
haesit et in vultu constitit usque tuo.
et cur non placeas? nulli tua forma secunda est;
me miseram, dignus corpore cultus abest!
tam felix esses quam formosissima, vellem—
non ego, te facta divite, pauper ero.
stella tibi oppositi nocuit contraria Martis.
Mars abiit; signo nunc Venus apta suo.
prosit ut adveniens, en adspice! dives amator
te cupiit; curae, quid tibi desit, habet.
est etiam facies, qua se tibi conparet, illi;
si te non emptam vellet, emendus erat.'
Erubuit. 'decet alba quidem pudor ora, sed iste,
si simules, prodest; verus obesse solet.
cum bene deiectis gremium spectabis ocellis,
quantum quisque ferat, respiciendus erit.
forsitan inmundae Tatio regnante Sabinae
noluerint habiles pluribus esse viris;
nunc Mars externis animos exercet in armis,
at Venus Aeneae regnat in urbe sui.
ludunt formosae; casta est, quam nemo rogavit—
aut, si rusticitas non vetat, ipsa rogat.
has quoque, quae frontis rugas in vertice portant,
excute; de rugis crimina multa cadent.
Penelope iuvenum vires temptabat in arcu;
qui latus argueret, corneus arcus erat.
labitur occulte fallitque volubilis aetas,
ut celer admissis labitur amnis aquis.
aera nitent usu, vestis bona quaerit haberi,
canescunt turpi tecta relicta situ—
forma, nisi admittas, nullo exercente senescit.
nec satis effectus unus et alter habent;
certior e multis nec tam invidiosa rapina est.
plena venit canis de grege praeda lupis.
Ecce, quid iste tuus praeter nova carmina vates
donat? amatoris milia multa leges.
ipse deus vatum palla spectabilis aurea
tractat inauratae consona fila lyrae.
qui dabit, ille tibi magno sit maior Homero;
crede mihi, res est ingeniosa dare.
nec tu, siquis erit capitis mercede redemptus,
despice; gypsati crimen inane pedis.
nec te decipiant veteres circum atria cerae.
tolle tuos tecum, pauper amator, avos!
qui, quia pulcher erit, poscet sine munere noctem,
quod det, amatorem flagitet ante suum!
Parcius exigito pretium, dum retia tendis,
ne fugiant; captos legibus ure tuis!
nec nocuit simulatus amor; sine, credat amari,
et cave ne gratis hic tibi constet amor!
saepe nega noctes. capitis modo finge dolorem,
et modo, quae causas praebeat, Isis erit.
mox recipe, ut nullum patiendi colligat usum,
neve relentescat saepe repulsus amor.
surda sit oranti tua ianua, laxa ferenti;
audiat exclusi verba receptus amans;
et, quasi laesa prior, nonnumquam irascere laeso—
vanescit culpa culpa repensa tua.
sed numquam dederis spatiosum tempus in iram:
saepe simultates ira morata facit.
quin etiam discant oculi lacrimare coacti,
et faciant udas illa vel ille genas;
nec, siquem falles, tu periurare timeto—
commodat in lusus numina surda Venus.
servus et ad partes sollers ancilla parentur,
qui doceant, apte quid tibi possit emi;
et sibi pauca rogent—multos si pauca rogabunt,
postmodo de stipula grandis acervus erit.
et soror et mater, nutrix quoque carpat amantem;
fit cito per multas praeda petita manus.
cum te deficient poscendi munera causae,
natalem libo testificare tuum!
Ne securus amet nullo rivale, caveto;
non bene, si tollas proelia, durat amor.
ille viri videat toto vestigia lecto
factaque lascivis livida colla notis.
munera praecipue videat, quae miserit alter.
si dederit nemo, Sacra roganda Via est.
cum multa abstuleris, ut non tamen omnia donet,
quod numquam reddas, commodet, ipsa roga!
lingua iuvet mentemque tegat—blandire noceque;
inpia sub dulci melle venena latent.
Haec si praestiteris usu mihi cognita longo,
nec tulerint voces ventus et aura meas,
saepe mihi dices vivae bene, saepe rogabis,
ut mea defunctae molliter ossa cubent.'
Vox erat in cursu, cum me mea prodidit umbra,
at nostrae vix se continuere manus,
quin albam raramque comam lacrimosaque vino
lumina rugosas distraherentque genas.
di tibi dent nullosque Lares inopemque senectam,
et longas hiemes perpetuamque sitim!

Deutsche Übersetzung:
Es gibt eine (wer auch immer eine Kupplerin kennenlernen will, der höre), es gibt eine alte Frau namens Dipsas. Den Namen hat sie aus der Sache: jene sah nicht nüchtern die Mutter des schwarzen Memnon mit rosenfarbenem Gespann. Sie kennt magische Künste und die Zaubersprüche der Kirke und mit ihrer Kunst lenkt sie fließende Wasser zur Quelle zurück. Sie weiß gut, was ein Kraut, was die bewegten Fäden auf dem gedrehten Zauberrad, was der Schleim der rossigen Stute für eine Wirkung hat. Wenn sie will, ballen sich am ganzen Himmel Wolken zusammen, wenn sie will, leuchtet der Tag am klaren Erdkreis. Triefend von Blut, wenn irgendein Glaube ist, sah ich die Gestirne; das Angesicht Lunas war purpurfarben durch das Blut. Ich verdächtige sie, dass sie verwandelt durch die nächtlichen Schatten fliegt und dass der Körper der Greisin von Gefieder bedeckt wird. Ich habe diesen Verdacht und das ist auch das Gerücht; auch blitzt in ihren Augen eine doppelte Pupille und das Licht kommt von zwei Kreisen. Urgroßväter und Vorfahren ruft sie aus ihren alten Gräbern heraus und mit einem langen Zauberspruch spaltet sie die massive Erde. Diese nahm sich vor, keusche Betten zu beflecken und jedoch auch ihre Zunge entbehrt nicht schändlicher Beredsamkeit. Der Zufall gab mir ein Zeugnis für ihre Reden; jene sagte solches vorher (mich verbarg eine doppelte Tür) Weißt du, mein Licht, dass du gestern einem schönen Jüngling gefallen hast? Er blieb stehen und starrte ununterbrochen dein Gesicht an. Warum solltest du ihm nicht gefallen? Deine Figur steht keiner nach; ich Arme! Eine würdige Bildung ist nicht im Körper vorhanden! Ich wollte, du würdest wärst so glücklich wie du die Schönste bist! Ich, nachdem ich dich reich gemacht habe, werde auch nicht arm sein. Der ungünstige Stern des Mars in Opposition schadete dir, Mars ging hinweg, nun ist Venus passend in ihrem Zeichen los, schau, wie dir die Ankommende nützen will: ein reicher Liebhaber begehrt dich; er sorgt sich, was dir fehle. Jener hat auch ein Aussehen, das sich mit deinem vergleichen kann. Wenn er dich nicht kaufen wollte, man müsste ihn erwerben! Sie errötete! Freilich schmückt Schamesröte ein weißes Antlitz, aber jene ist nützlich, wenn du sie vortäuschst, wahre ist für gewöhnlich hinderlich. Wenn du gut mit gesenkten Augen in den Schoß blicken wirst, musst du abschätzen wer wie viel bieten kann. Vielleicht wollten die Sabinerinnen während der Herrschaft des Tatius nicht für mehrere Männer passend sein. Nun übt Mars seinen Geist in auswärtigen Kriegen, aber Venus regiert in der Stadt ihres Aeneas Die Schönen treiben ihr Spiel: Keusch ist, die keiner bat, oder, wenn es die Einfachheit nicht verbietet, fragt sie selbst. Auch diese, die Falten auf der Stirn tragen, schüttle sie und aus den Falten werden viele Verbrechen fallen. Penelope erprobte die Kräfte der Männer am Bogen; aus Horn war der Bogen, der deren Seite zeigen sollte. Verborgen entgleitet das vergängliche Alter und es täuscht und, wie schnell stürzt die Strömung durch losgelassenes Wasser. Erz, das gebraucht wird, glänzt, ein gutes Gewand will getragen werden, verlassene Dächer werden grau durch hässlichen Moder. Schönheit, wenn du keinen an dich heranlässt, altert, wenn sie nicht geübt wird; und einer oder zwei sind nicht wirksam genug. Sicherer und nicht so eifersuchtsbehangen ist die Beute aus mehreren; eine volle Beute kommt über die Herde für die grauen Wölfinnen. Schau, was schenkt dir dieser dein Dichter außer neuen Gedichten? Viele Tausende eines Liebhabers wirst du sammeln. Selbst der Gott der Dichter mit einem glänzend goldenen Mantel zupft die zusammenklingenden Saiten einer vergoldeten Lyra. Wer geben wird, der sei dir mehr als der große Homer, glaube mir, es ist eine geistreiche Sache, zu geben. Und verachte du nicht, wenn einer ist, zurückgekauft mit einem Preis für seinen Kopf: unbedeutend ist der Vorwurf eines Fußes weiß von Gips. Und dass dich nicht die alten Wachsmasken um das Atrium herum täuschen mögen, nimm deine Ahnen mit dir, verarmter Liebhaber. Einer, weil er schön ist, fordert eine Nacht ohne Bezahlung, was er geben soll, soll er vorher von seinem Liebhaber fordern. Verlange sparsamere Bitten, während du Netze knüpfst, sodass sie nicht fliehen; die Gefangenen nimm nach deinen Gesetzen aus. Und vorgetäuschte Liebe schadet nicht: lass zu, dass er glaubt, geliebt zu werden und pass auf, dass diese Liebe für dich nicht für den bloßen Dank besteht. Verweigere oft die Nächte: bald erfinde Kopfschmerzen und bald wird es Iris sein, die dir Gründe gewähren wird. Bald darauf empfange ihn, dass er keine Routine des Ertragens erwirbt und damit nicht die oft zurückgestoßene Liebe ermattet. Gehörlos sei deine Tür dem Bittenden, weit offen dem Bringenden; und der empfangene Liebhaber möge die Worte des Ausgesperrten hören. Und wie gekränkt zürne manchmal dem, den du gekränkt hast: durch deine Schuld wird die Schuld aufgewogen. Aber du sollst niemals viel Zeit für den Zorn geben, oft führt lange aufgestauter Zorn zur Feindschaft. Ja sogar deine Augen sollen lernen gezwungen zu weinen und das eine oder das andere möge deine Wangen befeuchten. Und fürchte dich nicht, wenn du jemanden täuschst, einen Meineid zu schwören. Venus erweist sich gefällig beim Liebesspiel mit tauber göttlicher Macht. Ein Sklave und eine kluge Amme sollen sich in ihren Rollen zeigen, die lehren, was er passend für dich kaufen könnte und für sich selbst ein wenig verlangen sollen: wenn viele wenig verlangen, wird bald darauf eine große Menge aus den Splittern sein. Sowohl die Schwester als auch die Mutter und auch die Amme sollen den Liebhaber rupfen, rasch wird es eine Beute geben, von vielen Händen erbeten. Wenn dir die Gründe verschwinden werden, Geschenke zu fordern, bezeuge deinen Geburtstag mit einem Kuchen. Du sollst aufpassen, dass er nicht ohne Rivalen sicher liebt, nicht gut besteht eine Liebe, wen du den Kampf wegnimmst. Jener möge die Spuren des Mannes am ganzen Bett sehen, und den Hals, blau gemacht von ausgelassenen Malen. Besonders soll er die Geschenke sehen, die der andere geschickt hat: wenn niemand gegeben hat, so ist die Via Sacra zu fragen (sollst du selbst einkaufen gehen) Wenn du vieles weggenommen hast, damit er jedoch nicht alles schenke, frage selbst, ob er dir etwas leiht, was du niemals zurückgibst. Die Sprache soll erheitern und den Geist bedecken: schmeichle und schädige ihn! Ruchloses Gift ist oft unter süßem Honig verborgen. Wenn du das befolgst, was mir durch langen Gebrauch bekannt ist, und nicht meine Worte in den Wind schlägst, wirst du mich Lebende oft segnen, oft wirst du bitten, dass die Knochen von mir als Verstorbene sanft ruhen. Die Rede war noch am Laufen, als mein Schatten mich verriet; aber kaum hielten sich meine Hände zurück, dass sie das weiße, schüttere Haar, die durch den Wein triefenden Augen und die runzeligen Wangen nicht zerkratzten. Mögen dir die Götter keinen festen Wohnsitz und ein Alter in Armut geben und lange Winter und ewigen Durst!

Autor: Galathea (Forum)