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Amores - 1, 03 (Werben um die Geliebte)

Ich bitte um Rechtmäßiges: das Mädchen, das mich vor kurzem erbeutet hat, soll mich entweder lieben oder sagen, warum ich sie immer lieben muss! Ah, ich wollte zuviel! Sie soll nur zulassen geliebt zu werden: möge Venus unsere vielen Bitten gehört haben! Nimm den an, der dir lange Jahre dienen will, der mit reinem Vertrauen wusste zu lieben! Wenn mich die großen Namen der bejahrten Eltern nicht empfehlen, wenn der Urheber meines Blutes ein Ritter und mein Feld nicht von unzähligen Pflügen gepflügt ist, beide Eltern sparsam die Ausgaben in Maßen halten – aber auch Apollo und die Musen und der Schöpfer des Weinstocks (Hebacius) und Amor, der dir mich schenkt machen dies und unzerbrechliche Treue, Sitten ohne Verbrechen und pure Aufrichtigkeit und Schamröte. Mir gefallen nicht tausend, ich bin kein Frauenheld: Du wirst für mich Gegenstand ewiger Sorge sein, wenn es irgendein Vertrauen gibt. Es soll mir vergönnt sein mit dir Jahre zu leben, die mir die Schicksalsfäden der drei Parzen gegeben haben werden, und zu sterben, während du um mich trauerst. Gib mir dich als glückbringenden Stoff für das Gedicht: Es werden Gedichte entstehen, die ihrer Ursache würdig sind. Die von den Hörnern erschreckte Io und die, die der Ehebrecher als Schwan täuschte und die, die über das Meer getragen auf einem vorgetäuschten Jungstier die gebogenen Hörner in der jungfräulichen Hand hielt, erhielten ihre Namen durch ein Gedicht. Auch ich werde ebenso besungen werden von der ganzen Welt und mein Name wird immer deinem verbunden sein.

Autor: kl_ee_ne