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Epigramm - 11, 039

Du warst der Beweger meine Wiege gewesen, Charidemus, und der ständige Bewacher und Begleiter des Knaben
Schon werden die Tücher bei mir vom geschorenen Bart schwarz und mein Mädchen klagt, weil es von meinen Lippen gestochen wird.
Aber für dich bin ich nicht gewachsen, dich fürchtet unser Verwalter, dich unser Wirtschafter, dich fürchtet unser ganzes Haus.
Du erlaubst mir weder zu spielen noch zu lieben, du willst, dass mir nichts und dir alles erlaubt ist.
Du tadelst, du klagst, du beobachtest, du seufzt und kaum hält sich dein Zorn von den Ruten fern.
Wenn ich das Gewand aus Tyros angezogen habe und meine Haae geölt habe, rufst du aus:"Niemals hat das dein Vater getan!"
Und du zählst mit gerunzelter Stirn meine Becher, als ob jender Krug aus deinem Keller wäre.
Ich kann keinen Freigelassenen als Sittenwächter ertragen: Meine Freundin wird dir sagen, dass ich schon ein Mann bin!

Autor: Proserpina