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Ab Urbe Condita - Buch 01, 06

Numitor behauptete während der ersten Unruhen wiederholt, dass die Feinde in die Stadt eingedrungen sind und den Palast angegriffen haben. Als er die Männer davon abgehalten hatte mit Besatzung und Waffe in die albanische Burg einzudringen, nachdem er sah, dass die jungen Männer nach dem Blutbad fortfuhren ihm zu gratulieren, rief er sogleich eine Versammlung ein und zeigte die Verbrechen seines Bruders gegen ihn und die Herkunft seiner Enkel, wie sie gezeugt, erzogen und wieder erkannt wurden. Er legte zunächst den Mord an den Tyrannen dar und sich als Urheber dessen. Nachdem die jungen Männer, die mit einem Heereszug mitten durch die Versammlung gegangen sind, ihren Großvater als König begrüßt hatten. Das einstimmige Votum aus der ganzen Bevölkerung, die alles verfolgte, übergab dem König den rechtskräftigen Titel und die Herrschaft.
Nachdem der albanische Staat Numitor überlassen worden ist, ergriff Romulus und Remus der Wunsch in dieser Gegend, in der sie ausgesetzt worden sind und in der sie erzogen worden sind, eine Stadt zu gründen. Und die Menge an Albaner und Latiner war im Überfluss vorhanden; dem schlossen sich auch die Hirten an, die alle unbedenklich die Hoffnung verbreiteten, dass Alba klein und Lavinium klein im Vergleich zu dieser Stadt sein würde, die gegründet wurde. Zu diesen Plänen kam ein vom Großvater ererbtes Übel dazu, die Begierde nach Herrschaft, und deswegen entstand gleich nach dem friedlichen Anfang ein abscheulicher Wettkampf. Weil sie ja Zwillinge waren und auch die Achtung vor dem Alter den Unterschied nicht ausmachen konnte, suchte sich Romulus die Tempel auf dem Palatin aus und Remus die auf dem Aventin, damit die Götter, unter deren Schutz diese Gegend war, mit Augurien auswählen, wer der neuen Stadt einen Namen gibt und wer die gegründete Stadt mit seinem Befehl beherrscht.

Autor: pseudoirrealis