Latein24.de

Ab Urbe Condita - Buch 01, 01

Zuallererst ist schon hinlänglich bekannt, dass man nach der Eroberung Trojas auf die übrigen Trojaner wütend war, und dass die Griechen jedes Kriegsrecht von den zweien, Aeneas und Antenor ferngehalten haben, sowohl wegen dem Recht der alten Gastfreundschaft als auch weil sie sich um den Frieden und Helenas Rückkehr bemüht haben; dann kam Antenor mit einer Menge von Euneter, die – durch einen Zwiespalt aus Paphlagonien vertrieben – sowohl Wohnsitze als auch einen Führer suchten, weil sie ihren König Pylaemenis bei Troja verloren hatten, zur tiefsten Bucht des adriatischen Meers. Und nachdem sie die Euganen vertrieben hatten, die zwischen dem Meer und den Alpen siedelten, besaßen die Euneter und die Trojaner dieses Land. Und den Ort, in dem sie zuerst gelandet sind, nennt man Troja und von da aus hat die trojanische Region seinen Namen. Das gesamte Volk wird Veneter genannt. Während ihn aber das Schicksal zu größeren Bestimmungen führte, kam Aeneas als Flüchtiger von zu Hause von einer ähnlicher Niederlage zuerst nach Makedonien, dann verschlug es ihn nach Sizilien, das Wohnsitze suchte, und er steuerte mit einer Flotte von Sizilien zu den Feldern von Laurentinum. Auch diesen Ort nennt man Troja. Dort liefen die gestrandeten Trojaner, denen kürzlich von einer gewaltigen Irrfahrt nichts außer Waffen und Schiffe übrig blieb, obwohl sie die Beute von den Feldern raubten, der Latinerkönig und die Ureinwohner, die damals dieses Land besaßen, aus der Stadt und von den Feldern zusammen um den Angriff der Ankömmlinge mit Waffen abzuwehren. Von da an gibt es eine zweifache Überlieferung: Die einen berichten, dass Latinus, das durch eine Schlacht besiegt wurde, mit Aeneas erst Frieden schloss, und dann Freundschaft schloss. Nachdem die aufgestellte Schlachtordnung festgesetzt worden war, gaben die anderen das Signal, dass Latinus unter den vordersten vorgerückt ist und den Führer der Ankömmlinge zu einem Gespräch herausgerufen hat. Er fragte, was für Männer sie wären, woher sie kommen oder durch welchen Zufall sie von zu Hause aufgebrochen sind oder warum die Suchenden im Laurentinum an Land gegangen sind. Nachdem er hörte, dass die Menge Trojaner sind, dass der Führer Aeneas ist, der Sohn von Anchises und Venus, dass sie von zu Hause geflohen sind, weil ihre Heimatstadt niedergebrannt wurde, bewunderte er sowohl die noble Benehmen des Mannes und des Stammes als auch den Geist, der entweder auf Krieg oder auf Frieden vorbereitet war, so dass er das Versprechen für eine zukünftige Freundschaft festsetzte, indem er ihm die rechte Hand gab. Von da an wurde ein Bündnis zwischen den Führern geschlossen und der Gruß zwischen den Heeren wurde gemacht. Aeneas wurde von Latinus wie ein Gast bewirtet; dort fügte Latinus bei den Penaten, den Hausgöttern, dem politischen ein privates Bündnis hinzu, nämlich dass seine Tochter dem Aeneas zur Frau gegeben wird.
Jedenfalls bestärkte dieser Vorfall die Hoffnung Trojas auf einen sicheren und geschützten Wohnsitz und auf das Ende der Irrfahrt. Sie gründen eine Stadt; Aeneas nennt es vom Namen seiner Frau her Lavinium. Nach kurzer Zeit wurde der neuen Ehe ein kleiner Mann geboren, dem die Eltern den Namen Ascanius gaben.

Autor: pseudoirrealis