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Sermones - Buch 1, 10

Lucilius, auch wenn du fehlerhaft bist, unter Cato als Zeugen,
unter deinem Verteidiger, will ich beweisen, der die schlecht
gemachten Verse zu korrigieren vorbereitet, jener ist umso sanfter,
um so besser ist der Mann und um vieles feiner als jener, der den Jungen [puerum]
vieles und mit Riemen und feuchten Seilen angetrieben hat, damit einer wäre,
der Hilfe den alten Dichtern bringen kann gegen unseren Hochmut,
als Gelehrtester der gelehrten Ritter. Damit ich dorthin zurückkehre:

Freilich habe ich gesagt, dass die Verse des Lucilius mit unausgefeiltem Fuße laufen.
Welcher Befürworter des Lucilius ist so albern, dass er das nicht zugibt.
Aber derselbe wird mitdemselben Papier gelobt, weil durch viel Witz er die Stadt abrieb.
Und obwohl ich dieses eingestehe, könnte ich nicht auch die übrigen Dinge zugeben.
Denn die Possen des Labius müsste ich wie schöne Gedichte bewundern. Also genügt es nicht mit Lachen den aufgesperrten Mund des Zuhörers zu öffnen.
Auch dieses hat trotzdem eine gewisse Tugend bei sich.
Kürze tut Not, damit die Aussage eilt und nicht sich durch beschwerende Worte die müden Ohren betäubt. Und mal ist traurige Duktus nötig, oft scherzhaft, mal die Rolle des Redners und des Dichters einnehmend, bisweilen des Weltmannes, des die Kräfte sparenden, des absichtlich sie schwächenden. Das Lächerliche schneidet oft kräftiger und besser als Heftiges die wichtigen Dinge.
Jene, die die alte Komödie geschrieben haben, standen hierauf, und hierin sind sie nachzuahmen.
Niemals liest der schöne Hermogenes diese und auch, dieses Affengesicht, in nichts ist er ausgebildet als Calvus und Catull zu besingen.

„Aber Großes hat er gemacht, dass er griechische Wörter mit lateinischen mischte.“ Oh ihr trägen in den Studien, glaubt ihr denn, dass es schwierig und bewundernswert sei, was dem Pitholentus von Rhodos gelang? „Aber die Sprache ist durch beide Sprachen süßer zusammengeknüpft, wie wenn die Note des Falerners mit dem Chio vermengt ist.“ Wenn du Verse machen solltest, frage ich dich selbst, oder auch dann, wenn der harte Fall des angeklagten Petillus von dir zu behandeln ist?

Natürlich vergessen des Vaterlandes und des Vorfahrens Latinus, wenn Pedius Poplicola die Sachverhalte ausschwitzt und Corvinus, willst du lieber auf den väterlichen Foren die ergatterten Worte vermischen, nach Sitte des zweisprachigen Canusinus?

Aber als ich griechische Verse machte, geboren diesseits des Meeres, verbot es mir der Quirinus mit solcher Stimme, als er mit nach Mitternacht erschienen ist, wenn die Träume wahr:

In den Wald sollst du nicht Holz tragen, unsinnigerweise, wie wenn du die großen Scharen der Griechen anfüllen willst.“

während der geschwollene Alpinus den Momnon würgt und während dieser die schlammige Quelle des Rheins verunstaltet, ersinne ich diese, welche weder als beim Wettkampf im Tempel erklingen vor dem Richter Tarpa noch zurückkehren immer und immer wieder in die Theater, um beschaut zu werden.

Mit der redegewandten Dirne vermagts du und mit dem den alten Chremes verspottenden Davus heiter die Bücher beschwatzen, als Einziger der Lebenden, Fundanus, Pollio singt die Taten der Könige mit dreifach aufgeschlagenem Fuße. Vielleicht macht niemand heftiger als Varus die Epen, das Sanfte und Redegewandte genehmigten dem Vergil die sich auf dem Land freuenden Musen:

Dies war, was ich besser zu schreiben vermochte, als Varro vom Atax, der es vergeblich versuchte und irgendwelche andere, wenn ich auch niederer an Rang als der Erfinder. Und nicht wollte ich wagen jenem vom Kopf den mit viel Lob hängenden Kranz herabziehen. Aber ich habe gesagt, dass dieser voller Schlamm fließt, der oft mehr Dinge trägt, die weggenommen werden müssen als zu belassen. Also los, ich frage, du Gelehrter, tadelst du nichts am großen Homer?

Verändert Lucilius nichts, der heitere, am tragischen Accius? Verlacht er nicht die an Würde kleineren Verse des Ennius, wenn er über sich nicht spricht, als dass er größer als die Getadelten? Was verbietet uns, die wir die Schriften des Lucilius lesen, zu fragen, ob dessen, ob die harte Natur der Dinge eher die gemachten Verschen verwehrt und die des sanfter gehenden als wenn irgendeiner mit den Sechserfüßen irgendwas zu fügen, darüber nur zufrieden, es liebt, vor dem Essen zweihundert Verse geschrieben zu haben, ebenso viele nach dem Essen, wie auch das Talent des etruskischen Cassius glühender als ein reißender Strom gewesen ist, welcher, wie es heißt, in den Schachteln und eigenen Büchern verbrannt ist.

Lucilius mag, so will ich sagen, schon heiter und gebildet gewesen sein, mag derselbe ausgefeilter gewesen sein als der Urheber eines rohen und von den Griechen unberührtes Gedichtes und als die Menge der älteren Dichter; aber jener, wenn er durchs Schicksal in dieses unsere Zeitalter gerutscht wäre, er würde sich vieles abreiben, würde abschlagen alles, was über das Vollkommene hinaus gezogen würde, und beim Versemachen würde er sich oft den Kopf kratzen und bis zu den spürbaren Nägeln nagen.

Oft mögest du den Griffel wenden, im Begriff zu schreiben, was würdig ist, wiederholt gelesen zu werden; aber dass du dich nicht abmühst, damit die Menge dich bewundert, zufrieden über wenige Leser! Oder willst du lieber, dass deine Gedichte in hohlen Schulen aufgesagt werden? Ich nicht; es reicht, vom Ritter beklatscht zu werden, wie kühn die, von allen anderen verachtet, die ausgepfiffene Arbuscula sagte.

Mich soll es bewegen, dass die Wanze Pantilius, oder dass Demetrius mich, wenn ich weg bin, geißelt und zerrupft oder dass der ungeschickte Fannius mich beleidigt, der Freund des Tigellius Hermogenes?

Plotius und Varius, Maecenas und Vergilius, Valgius und Octavius sollen billigen diese Dinge und Fuscus und hoffentlich loben beide Visci diese Dinge, ohne dass die bestochen wurden. Ich kann dich benennen, Pollio, dich, Mesalla, zusammen mit deinem Bruder, und zugleich auch ihr, Bibulus und Servus, neben ihnen du, gläzender Furnius, und mehrere andere, gelehrt Freunde von mir, die ich bewusst übergehe, welchen diese Dinge, welche auch immer es seien, zulachen sollen, mich würde es schmerzen, wenn sie ihnen weniger als ich erhoffe, gefallen. Demetrius, auch dich, Tigellius, befehle ich zwischen den Sesseln der Schülerinnen zu weinen. Geh, Junge, schrieb dies noch schnell in mein Büchlein.

Autor: jauchi (Forum)