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Sermones - Buch 1, 02

Der Damenbläserverein, die Pharmazeuten, Lügner, Mimen, Possenreißer, dieses ganze Geschlecht ist traurig und beunruhigt durch den Tod des Sängers Tigellius. Fürwahr er war sehr freigiebig. Dagegen dieser, fürchtend, er könnte ein verschwenderisch genannt werden, will dem bedürftigen Freund nicht das geben, womit der die Kälteund den harten Hunger vertreiben könnte. Wenn du ihn fragst, warum er des Großvaters und Vaters großartiges Geld mit undankbarer Kehle streift, sich kaufend alle Feinkost mit den zusammengeführten Münzen: Weil er nicht geizig und eines kleinen Gemüts bezichtigt werden will, wird er antworten.

Von diesen wird er gelobt, von jenen angeklagt. Fufidius fürchtet den Ruf eines Trinkers und Windbeutels, reich an Feldern, reich an Münzen, im Zins angelegt. Fünfmalige Prozentlöhne schneidet dieser heraus dem Kapital und je verlorener einer ist, desto heftiger treibt er ein. Und er verfolgt Namen von Anfängern unter den harten Schutzherren., die gerade die männliche Toga ergriffen haben. Wer ruft da nicht gleich, „großer Juppiter“, sobald er dies hört? Aber für sich macht er den Gewinn doch ganz nach seinem Gewerbe. Du könntest es kaum glauben, wie er sich selbst nicht Freund ist, so, dass jener Vater, den elendig die Geschichte des Terenz einführt gelebt zu haben (also: präsentiert), nachdem er den Sohn vertrieben hat, sich nicht schlechter gequält hat als dieser. Fragt mich einer: „Wohin führt diese Sache?“ Hierhin: Währned die Dummen die Laster meiden, laufen sie in die verkehrte Richtung. MAlthinus geht mit herabgelassener Tunica; ein anderer zierlich mit hochgezogenen bis zur anstoßenden Scham. Rufillus riecht nach Tabletten, Gargonius nach Bock. Es gibt keine Mitte. Es gibt Leute, die sagen, noch keine berührt zu haben als die, deren Besatz am unten angenähten Kleid die Knöchel berührt. Ein anderer dagegen keine, die nicht im stinkigen Bordell steht. Als ein bekannte Mann aus dem Puff kam, sagte die göttliche Stimme des Cato: „Recht gepreisen seist du durch die Tugend!“ Denn sobald die zurückgehaltene Lust dir die Adern anschwellen ließ, ist es in Ordnung, dass die Jünglinge hierher hinabsteigen, und nicht fremde Frauen vögeln.

„So will ich keineswegs gelobt sein,“ sagt Cupiennus als Bewundere der tiefen weiblichen Scham. Es ist der Mühe Wert zu hören, die ihr wollt, dass die Sache den Ehebrechern richtig verläuft, dass zu jedem Teil sie sich abmühen und dass jenen durch viel Schmerz die Begierde zerbrochen wurde und dass diese Sache unter harten Gefahren und selten klappt. Dieser stürzet sich kopfüber vom Dach; jener ist durch Rutenbündel bis zum Tod geschlagen worden, Dieser, fliehend, ist in die raue Schar von Räubern gefallen. Dieser gab für den Körper Münzen. Diesen vermöbelten die Roßknechte; Ja sogar jenes geschah, dass irgendwem die Zeugen auch den geilen Schwnaz mit den Schwert absensten. „Zu recht“ sagen alle. Galba verneint es. Aber um wie viel sicherer ist die Ware in der zweiten Klasse. Ich spreche von den Freigelassenen! „Ist Sallust in die weniger vernarrt als der, der ehebricht?“ Aber dieser, auf welche weise es das Geld, wie auch die Vernunft riet, und wie es erlaubt ist dem mildtätigen, bescheiden zu sein, wollte er gut und freigiebig sein, würde er soviel wie genug ist und das, was ihm nicht zu seinem Schaden und seiner Schande wäre, geben. Doch beschäftigt er sich nur um die ein Sache, dies lobt und liebt er: „Ich habe noch keine Frau.“ Wie einst Marseus, jener Liebhaber der Origo, der das vägterliche Grundstück samt Haus der Schauspielerin schenkt und sagt: „ Nie hatte ich jemals was mit fremden Frauen.“ Aber er hat es mit den Schauspielern, den Dirnen, woher der Ruf das Übel schwerer heranzieht als das Geld. Oder ist dir schon ausreichend genug die Person, nicht jenes wasauchimmer woauchimmer es ist, verpflichtet, zu meiden? Den guten Ruf verlieren, die Sache des Vaters verschlemmen, das ist, wo auch immer, ein Übel. Was ist der unterscheidet, ob du in der Matrone oder in der mit der Toga bekleideten Mag sündigst.

Villius in Fausta der Schwiegersohn des Sulla, betrogen der arme duch diesen einen Namen, gab Strafgelder mehr und mehr als genug ist, gefällt durch Kämpfe und vom Schwert ereilt, durchs Tor ausgeschlossen, als Longarenus drinnen war. Wenn der Verstand mit den Worten des Penis diesem diese üblen Dinge sehend sagte: „Was hast du mit dir vor? Verlange ich denn von dir eine große vom Konsul geborene Schnecke und in einer Toga verhüllt, wenn meine Wut sich erhitzte?“ Was würde er antworten? „Von einem großen Vater stammt das Mädchen her!“ Um wie viel Besseres und Entgegengesetzteres als diese da ermahnt die Natur, reich an sich selbst, wenn du nur richtig überlegen und nicht die zu meidenden Dinge mit den zu erstrebenden Dinge vermischen wolltest! Glaubst du denn, dass es nichts ausmache, ob du durch dein Laster leidest oder durch das der Dinge? Weshalb, damit es dich nicht reut, lass ab von den Frauen, ich will danach trachten, woher mehr üble Mühe zu schöpfen (möglich) ist als in Wirklichkeit ihre Frucht zu pflücken. Und nicht mehr ist für diese zwischen den weißen und grünen Steinchen (dieses sei erlaubt, Cerinthus) dein zartes Bein und der Schenkel gerader, und auch besser oft für die mit der Toga. Füge hierhin hinzu, dass sie Ware ohne Schminke handelt, öffentlich zeigt, was käuflich ist, und nicht, wenn irgendwas ehrenhaftes sie hat, prahlt sie und hält es öffentlich, sucht sie, womit sie das Hässliche verbergen kann. Das ist Königssitte, wenn sie Pferde kaufen, sie betrachten die bedeckten, damit nicht, wenn das Äußere, wie oft, zierlich vom unsicherem Fuß gestützt ist, den begierigen Käufer anspricht, dass die Hinterbacken schön sind, das der Kopf klein, der Nacken aufrecht. Darin tun sie gut. Dass du nicht di großartigen Dinge des Körpers betrachtest mit den Augen des Lynceus, doch blinder als Hypsaea siehst du, was die Übel sind. „Oh das Bein! Oh die Arme!“ in Wahrheit hüftdünn, mit einer Nase, mit kurzer Seite, aber langem Fuß ist sie. Außer dem Gesicht der Frau kannst du wohl nichts sehen, die alles andere durch das Kleid bedeckt, wenn sie nicht Catia ist. Wenn du unerlaubtes erstrebst, von Wällen umschränkt, denn gerade das macht dich wahnsinnig, werden dir viele Dinge sich entgegenstellen. Wächter, Die Sänfte, Friseure, Parasiten, die Toga bis zu den Knöcheln herbagelassen, die um sie umgelegten Umhänge, mehr noch, das neidet, dass dir die Sache rein erscheine.

Die andere, nichts hindert: Im Seidnen kannst du sehen fast wie nackt, dass nicht durch schlechtes Bein, nicht durch hässlichen Fuße sie sei. Du könntest die Hüfte mit dem Auge abmessen. Oder willst du lieber, dass die Hinterhalte gemacht werden und dass dir der Preis entrissen wird bevor der Lohn gezeigt wird? „Wie der Jäger den Hasen im tiefen Schnee jagt, so will er diesen, steht er still, nicht anfassen“ singt und ergänzt noch „meine Liebe ist diesem ähnlich. Denn sie fliegt vorher an den Dingen, die in der Mitte aufgestellt sind und greift nach denen, die fliehen.“ Hoffst du dir durch diese Verse den Schmerz und die Glut und die schweren Sorgen vom Herzen vertreiben zu können? Ist es denn nicht mehr nützlich, danach zu suchen, welches Maß die Natur den Begierden aufstellt, was sie zu ertragen künftig, was, wenn es ihr verwehrt wird, sie schmerzt, und das Unnütze vom Festen abzuschneiden?

; wenn der Durst den Rachen verbrennt, fragst du denn dann nach goldenen Bechern? Verschmähst du denn, wenn hungrig, alles außer den Pfau und den Steinbutt? Wenn dir die Lenden anschwellen, wenn anwesend eine Magd, oder Haussklave oder ein Junge, gegen den deine Angriffslust sich sofort äußern könnte, willst du da lieber an Geilheit zerbersten? Ich nicht: Denn ich liebe die leicht beschaffbare und einfache Liebe. Jene, die „etwas später“, „aber für mehr Geld“, „wenn der Mann fort ist“ (spricht er) den Gallen (zu), diese (aber) sich, die weder für großen Preis bereitsteht noch zögert, wenn sie aufgefordert wird, zu kommen. Weiß und aufrecht soll sie sein, bislang sauber, auf dass sie weder will, dass sie länger oder blasser scheinen will als die Natur es zulässt. Sobald diese ihren linken Körper dem rechten mir untergelegt hat, ist sie Ilia oder Egeria. Ich gebe jener jedweden Namen, und nicht scheue ich mich, dass der Mann, während ich bumse, vom Land zurückkehrt, die Tür aufgebrochen wird, der Hund bellt, von überall das mit großem Getöse erfüllte Haus widerhallt, mehlblass die Frau vom Bett aufspringt, sich elende als Mitwisserin scheltet, diese fürchtet um die Beine, der Mitgift entrissen, ich (fürchte mich) um mich, mit aufgelöster Tunica ist zu fliehen, barfuß, dass nicht die Münzen verspielt oder der Hintern oder schließlich das Ruf. Es ist furchtbar erwischt zu werden; Das will ich behaupten, auch mit Fabio als Richter.

Autor: jauchi (Forum)