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Epistulae - Buch 1, 12

Wenn Du die Güter des Agrippas, die Du sammelst, richtig genießt, gibt es keine größere Menge, die Dir von Jupiter geschenkt werden kann. Tu weg die Klagen: Der ist doch nicht arm, wen anstrebt der Gebrauch der Dinge. Wenn Dein Bauch in Ordnung ist, (5) so auch Deine Hüften und Füße, können Dir keine größeren Reichtümer Größeres geben. Wenn Du inmitten Deiner Dinge enthaltend Von Gräsern und Nesseln lebst, so lebst Du doch weiterhin, sobald Dich der fließende Fluss Fortunas sofort vergoldet, sei es, weil Geld die Natur nicht verändern kann (10), oder sei es, weil Du alle Dinge für weniger achtest als die Tugend allein. Wir wundern uns, wenn die Herde Demokrits Äcker und Bebautes isst, während doch ohne Körper der Geist so schnell ist in der Fremde; während Du Dich neben so großer Gram und Berührungen des Gewinns nicht Kleinem nachsinnst und Dich von hier nur um hohe Themen kümmerst (15), aus welchen Gründen das Meer zusammengehalten wird, was das Jahr regelt, ziehen und schweifen die Sterne aus eigenem Anlass oder auf Befehl, was bewirk das Dunkel des Mondes, was holt die Scheibe wieder hervor, was will und was könnte die widersprüchliche Eintracht der Dinge, Redet Empedokles Unsinn oder die scharfe Zunge des Stertinius’ (20)? Ob Du aber nun Fisch oder Lauch oder Zwiebeln isst, nimm Pompeius Grosphus auf, bitte, und wenn er um etwas bittet, komm ihm noch zuvor: Nichts wird Grosphus erbitten wenn nicht Wahres und Gerechtes. Billig ist der Freunde Lohn, sobald es an den Guten fehlt. (25)Damit Du trotzdem Bescheid weißt, an welcher Stelle die römische Politik steht, Kantaber hat durch Tugend Agrippas, Arminius durch die des Claudius Nero verloren; Recht und Befehl des Caesars hat auf Knien unterwürfig Prahates akzeptiert. Die goldene Copia hat aus vollem Horn Früchte auf Italien gestreut.

Autor: jauchi