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Carmen - Buch 3, 02 (Römerode II)

Römerode II

Die ärmliche Knappheit gern zu ertragen
Mag der kräftige Junge durch scharfen Kriegsdienst lernen,
und die wilden Parther mag
der mit der Lanze furchterregende Reiter erschüttern

und ein Leben führen unter freiem Himmel bei
üblen Bedingungen. Für jenen mag die Frau von den feindlichem Mauern
des kriegerischen Tyrannen erblickend und die herangewachsene
Jungfrau seufzen, ach ja, dass er nicht kampferprobt als königlicher Bräutigam
den grimmigen Löwen mit einem Hieb anfällt, welchen mitten im Gemetzel
Die blutige Wut ergreift.

Süß und angemessen ist es fürs Vaterland zu sterben:
Der Tod folgt dem fliehenden Manne
Und schont weder die unkriegerischen Kniekehlen der Jugend
Noch den ängstlichen Rücken.

Tugend, die keine schmutzige Zurückweisung kennt,
leuchtet mit fleckenlosen Ehren, und nicht nimmt sie das höchste Amt ein
oder legt es ab nach dem Urteil der allgemeinen Stimmung.

Tugend, den Himmel aufschließend für die, die unschuldig sterben,
strebt strebt eine Reise an, wobei der Weg verboten,
meidet den feuchten Boden der allgemeinen Zusammenkunft auf flüchtenden Schwingen.

Für vertrauenvolles Schweigen gibt es auch einen Lohn:
Ich werde es verbieten, dass der, der das Heiligtum der geheimen Ceres
Preisgegeben hat, unter denselben Balken sei und mit mir zusammen
Den gebrechlichen Kahn losmacht; oft fügte der vernachlässigte Juppiter
Dem Unkeuschen Unberührtes hinzu,
selten ließ vom vorangehenden Verbrecher trotz lahmen Fußes ab die Strafe.

Autor: jauchi (Forum)