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Philippica - Buch 3, Kap. 34-36

34 Die unsterblichen Götter haben uns diese Schutzherren gegeben: für Rom Octavian, Brutus für gallien. wenn jener nämlich rom hätte unterdrückn können, mussten gerade die Besten sogleich zugrunde gehen, wenn er hhätte Gallien halten können, mussten gerade die Besten ein wenig später zugrunde gehen, die Übrigen dienen. Haltet also, bei den unsterblichen Göttern, diese angebotene Möglichkeit fest, verehrte Senatoren und erinnert euch daran, dass ihr einmal die führenden Männer der größten Versammlung des Erdkreises seid! Gebt dem römischen Volk ein Zeichen, dass eure Erfahrung dem Staate nicht fehlt, weil jener öffentlich erklärt, dass seine Tüchtigkeit dem Staate nicht fehlen wird.Nichts ist es, woran ich euch erinnern muss. Niemand ist so törlich, dass er nicht einsähe, wenn wir diese zeit verschliefen, dass wir nicht nur die grausame und überhebliche, sondern auch schimpfliche und schmachvolle Gewaltherrschaft ertragen müssen.

35 Ihr kennt die Unverschämtheit des Antonius, ihr kennt seine Freunde, ihr kennt sein gesamtes Umfeld. Diesen ausschweifenden, draufgängerischen, skruppelosen, schamlosen, glückspielsüchtigen, trunksüchtigen Gesellen zu dienen, ist allergrößtes Unglück und Schmach! Wenn schon jetzt, diese Vorzeichen sollen die Götter ändern. Die allerletze Stunde der Republik kommt, lasst uns als Führer des Erdkreises und aller Völker das machen, was edle Gladiatoren machen, um ehrenvoll zu unterliegen, damit wir ehre mit Anstand zugrunde gehen als mit Schmach leben.

36 Nichts ist verabscheuenswerter als die Schande, nicht grässlicher als die Sklaverei. Wird sind zum Ruhm und zur Freiheit geboren; lasst uns entweder diese Dinge festhalten oder mit Anstand sterben. Allzu lange haben wir verheimlicht, was wir denken; nun ist es offenkundig; alle legen offen dar, für beide Fälle, was sie empfinden, was sie wollen. Es gibt frevelhafte Bürger, aber hinsichtlich der Liebe für die Republik allzu viele, gegen die Menge derjenigen, die Gutes empfinden, allerdings einige wenige; gegen die Mnge der zu Unterdrückenden haben die unsterblich Götter uns die unglaubliche Macht der Republik und das Schicksal gegeben. An diesen Stützen nämlich, die wir besitzen, werden die Konsule nun mit höchster Klugheit, Tüchtigkeit und Eintracht herangehen, die sich schon viele Monate über die Freiheit des römischen Volkes besprechen und über sie nachdenken. Unter deren einflussreicher Führung unter Mithilfe der Götter, bei eigener Wachsamkiet und mit großem Weitblick für dei Zukunft werden wir tatsächlich in Kürze frei sein. Die erinnerung an die Sklaverei wird die Freiheit jedoch noch angenehmer machen.

Autor: Ina