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In Verrem - Buch 2.4, 081 (Raub der Dianastatue von Segesta)

Wenn du dich also zum Anwalt für die Ehre deines Hauses machst, dann werde ich nicht nur vor euren Denkmälen schweigen, sondern mich auch freuen müssen : ist doch dem verstorbenen P. Africanus das Glück zuteil geworden, dass Angehörige eben derselben Familie seine Ehre schützen und keine weitere Hilfe nötig ist. Wenn dir doch deine Freundschaft mit C. Verres im Wege steht, wenn du glaubst, die Forderung, die ich an dich stelle, lasse sich nicht mit deiner Pflicht vereinbaren, dann will ich als Stellvertreter deine Angelegenheit, will ich eine Sache wahrnehmen, die ich für die Aufgabe eines anderen hielt. Doch dann soll sich unser herrlicher Adel nicht mehr darüber beschweren, dass das römische Volk unadeligen aber strebsamen Leuten gerne Ämter überträgt und stets übertragen hat. Es ist unsinnig zu bedauern, dass in unserer Bürgerschaft, die wegen ihrer Tüchtigkeit allen Völker gebietet, die Tugend am meisten gilt. Mag sich die Porträtmaske des P. Africanus bei anderen befinden, mögen sich andere mit dem erlauchten Namen des Verstorbenen zieren: der Mann war so groß, seine Verdienste um das römische Volk so bedeutend, dass er nicht nur bei seiner Familie, sondern bei der gasamten Bürgerschaft in Ansehen stehen muss. Daran hab ich auch meinen Anteil, weil ich dem Staat angehöre, den er groß, bedeutend und berühmt gemacht hat, und insbesondere, weil ich - soviel ich kann - die Grundsätze befolge, durch die er sich hervorgetan hat : gerecht, strebsam und altruistisch zu sein, für die Unterdrückten einzutreten und die Frevler zu verabscheuen. Diese Verwandschaft im Charakter und im Handeln ist fast ebenso eng wie jene, an der ihr eure Freude habt, das Band der Herkunft und des Namens.

Autor: pyxis

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