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In Verrem - Buch 2.4, 078 (Raub der Dianastatue von Segesta)

( Cicero zu Verres gewandt ):

Wenn dir dieses Maß an frommer Verehrung damals, während der Statthalterschaft, wegen deiner Gier und Unverschämtheit keine Furcht einflößte, empfindest du nicht einmal jetzt ein Schaudern, da dir und deinen Kindern so große Gefahr droht? Welcher Mensch, meinst du, wird dir gegen den Willen der unsterblichen Götter beistehen, oder gar welcher Gott, nachdem du dich so schwer gegen die Ehrfurcht vor dem Heiligen versündigt hast ? Dich hat jene Diana in der Zeit des Friedens und der Ruhe nicht mit frommer Scheu erfüllt? Sie hat die Eroberung und Einäscherung beider Städte gesehen, in denen sie aufgestellt war, und doch wurde sie zweimal, in zwei Kriegen, vor Feuer und Schwert bewahrt; sie wechselte nach dem Sieg der Karthager den Ort und büßte doch ihre Heiligkeit nicht ein; sie gewann durch das Verdienst des P. Africanus zugleich mit dem Ort ihre einstige Heiligkeit zurück. Als nach diesem Frevel der Sockel leer dastand, auf dem der Name des P. Africanus eingehauen war, da schien es jedermann empörend und unerträglich, dass C. Verres nicht nur die Ehrfurcht vor dem Göttlichen verletzt, sondern auch das Ruhmeszeichen der Taten, die der heldenhafte Africanus vollbracht, die Erinnerung an seine Leistung, das Denkmal seines Sieges beseitigt habe.

Autor: pyxis

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